Bestellungen
Zwischenhoch für Airbus

Nach all den katastrophalen Nachrichten der vergangenen Wochen dürften zwei Meldungen vom Donnerstag Balsam auf die Wunden von Airbus sein: Nicht nur, dass eine brasilianische Fluggesellschaft 37 Maschinen ordert, Stammkunde Emirates möchte darüber hinaus eine bestehende Bestellung ändern. Die Scheichs setzen ausgerechnet auf zwei problembehaftete Typen.

HB SAO PAULO/DUBAI. Die brasilianische Fluggesellschaft TAM hat ein Jahr nach ihrer Großbestellung bei Airbus weitere 37 Maschinen geordert. Der Flugzeugbauer soll diesmal 15 Airbus A319, 16 Maschinen vom Typ A320 und 6 A330 an die Brasilianer liefern, wie TAM am Donnerstag in Sao Paulo mitteilte. Finanzielle Details wurden nicht genannt. A319 und A320 sind Kurzstrecken-Jets, der A330 eine Mittelstrecken-Maschine.

Die Flugzeuge sollen bis zum Jahr 2010 geliefert werden. Im vergangenen Jahr hatte TAM bei Airbus bereits 29 A320 bestellt, die im selben Zeitraum ausgeliefert werden sollen. Zudem hatten die Unternehmen eine Option für weitere 20 A320 ausgehandelt.

Emirates Airlines verhandelt noch über die Änderung seiner Bestellungen aus dem Jahr 2003. Die Fluggesellschaft wolle die 20 bestellten Maschinen des Langstrecken-Typs A340-600 gegen solche des größeren A380 bzw. des noch zu entwickelnden Mittel- und Langstreckenfliegers A350 ersetzen, berichtet die Zeitung „Gulf News“ am Donnerstag unter Berufung auf Habib Fakih, Präsident von Airbus für den Mittleren Osten.

Airbus und dessen Mutterkonzern EADS standen in den vergangenen Wochen unter enormem Druck, weil eine erneute Lieferverzögerung beim A380 das Unternehmen Milliarden an Gewinnen kostet; die Elektrik in dem Flieger ist noch nicht ausgereift. Zudem steht der französische EADS-Chef Noel Forgeard im Verdacht des Insiderhandels. Er hatte nur wenige Monate vor Bekanntgabe der Probleme Aktienoptionen eingelöst und dabei 2,5 Mill. Euro verdient. Forgeard beteuert, er habe zum Zeitpunkt des Geschäfts nichts von den neuerlichen Lieferverzögerungen gewusst. Doch trotz dieser Beteuerungen droht Forgeard die Abberufung.

EADS war für die erneuten Probleme – insgesamt verschiebt sich die Auslieferung des A380 um fast ein Jahr – von etlichen Kunden scharf angegriffen worden. Einige Leasing- und Fluggesellschaften hatten sogar Abbestellungen erwogen. Emirates als einer der treuesten Airbus-Kunden reagierte dagegen gelassen. „Wir ziehen eine Stornierung unserer Bestellungen nicht in Betracht. Wir haben darüber nicht nachgedacht“, hatte ein Vertreter der Fluglinie mit Sitz in Dubai gesagt. Emirates hat 43 der Riesenflieger geordert und ist damit größter Besteller des Flugzeugs. Insgesmt gibt es 159 Bestellungen.

Seite 1:

Zwischenhoch für Airbus

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%