Beteiligung am Gasfeld Juschno Russkoje
Gazprom und Ruhrgas wollen „zügig“ einig werden

Der russische Gasmonopolist Gazprom will die Verhandlungen über eine Beteiligung des deutschen Gasunternehmens Eon Ruhrgas dem lukrativen Gasfeld Juschno Russkoje zügig abschließen.

HB BERLIN. „Ich denke, wir finden noch vor August eine Lösung“, sagte der stellvertretende Gazprom-Vorstandsvorsitzende Alexander Medwedew dem Handelsblatt. Eon bemüht sich seit rund zwei Jahren um einen 25-Prozent-Anteil an dem Gasfeld. Noch Ende April war eine Vereinbarung zwischen Eon Ruhrgas und Gazprom über das Gasfeld gescheitert. Gazprom will im Gegenzug signifikante Beteiligungen an Eon-Ruhrgas-Tochtergesellschaften erhalten.

Medwedew unterstrich, sein Unternehmen wolle künftig selbst bis zum Endkunden in Europa vordringen. „Wir analysieren alle Optionen. Klar ist, dass wir einen Teil dieses Geschäftes haben wollen. Auch uns steht dieser Markt offen. In dieser Hinsicht verlassen wir uns auf die Zusagen, die die Politik uns gegeben hat“, sagte Medwedew.

Gazprom beklagte sich zugleich aber über wettbewerbsrechtliche Hürden beim Zugang zum westeuropäischen Energiemarkt. Eine „Politik der Peitsche“ der EU-Kommission bei der Regulierung spiegele ein „fehlendes tiefes Verständnis“ des Gasmarktes wider, sagte Medwedew in Berlin. Er kritisierte die Rolle des Bundeskartellamts, das aktiv in die Vertragsgestaltung im deutschen Gas-Verteilergeschäft eingreife.

Der stellvertretende Gazprom-Chef wies Spekulationen zurück, Gazprom fokussiere seine Aktivitäten mehr und mehr auf die wachsenden Märkte Asiens und vernachlässige Europa. „Wir müssen weit reichende Investitionsentscheidungen treffen. Das können wir nur, wenn der Absatz gesichert ist. Warum sollten wir uns auf einen einzelnen Markt konzentrieren, wenn wir unser Gas auch in andere Regionen der Welt verkaufen können? Entscheidend ist doch, dass wir nicht auf den kurzfristigen Erfolg abzielen, sondern langfristige Geschäftsbeziehungen suchen. Langfristige Lieferverträge sind für uns eine Art ,Heilige Schrift'. Auch unsere Kunden wollen langfristige Lieferverträge. Das bringt für beide Seiten Verlässlichkeit“, sagte Medwedew.

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