Beteiligung an Investmentgesellschaft
RWE greift in die Trickkiste

RWE versucht offenbar über einen von der WestLB organisierten Fonds für Stadtwerke-Anteile seine Machtposition auszubauen. Der Energiekonzern bringt einige kleinere Beteiligungen in die Investmentgesellschaft ein.

DÜSSELDORF | FRANKFURT. Im Gegenzug sichert er sich ein Vorkaufsrecht auf Stadtwerke-Anteile, wenn der Fonds in wenigen Jahren wieder aufgelöst wird. Das erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen, die mit der Transaktion vertraut sind. Der Konzern, der aus kartellrechtlichen Gründen derzeit praktisch keine Kommunalversorger mehr erwerben kann, versucht so offenbar seine Expansionsinteressen zu wahren, bis sich die Rahmenbedingungen eventuell wieder ändern.

Die Pläne für den Fonds hatte WestLB-Chef Thomas Fischer, der zugleich Aufsichtsratschef von RWE ist, zwar schon im Frühjahr präsentiert. Die Einbeziehung von RWE wurde allerdings erst gestern durch einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ bekannt. Die WestLB bestätigt nur die Pläne für die Gründung des Fonds, die Beteiligung von RWE kommentiert das Unternehmen nicht. RWE hielt sich ebenfalls bedeckt.

Die „Stadtwerke Investment Gesellschaft“ (SIG) wird von der WestLB, dem öffentlichen Förderportal NRW Bank sowie acht Sparkassen aus Nordrhein-Westfalen – unter anderem aus Köln, Dortmund und Bochum – getragen. Die Fondsgesellschaft soll Anteile von Stadtwerken erwerben. Die Erfolgsaussichten sind dabei günstig. Viele Kommunen sind in Haushaltsnöten und würden gerne ihre Versorger zu Geld machen, schrecken aber vor einem Verkauf an einen reinen Finanzinvestor zurück. Ein Verkauf an die von öffentlich-rechtlichen Instituten getragene SIG dürfte ihnen leichter fallen. Die SIG-Gesellschafter werden an den Gewinnen der Stadtwerke beteiligt und erhalten zudem eine feste Verzinsung von 50 Mill. Euro pro Jahr.

Der Gesellschaftervertrag durchläuft zur Zeit die Kontrollgremien der Unternehmen, gestern stimmte der Verwaltungsrat der Sparkasse Düren zu. In der Beschlussvorlage steht die entscheidende Passage: „RWE erhält ein Vorerwerbsrecht für die am Ende der Laufzeit der SIG gehaltenen Beteiligungen.“ Und das Ende der Laufzeit ist absehbar: Nach neun Jahren soll der Fonds wieder aufgelöst werden.

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