Beteiligung an irischer Firma Elan
Johnson & Johnson stärkt Alzheimer-Forschung

Mit einer milliardenschweren Investition kauft sich der amerikanische Pharma- und Medizintechnik-Konzern Johnson & Johnson in die Alzheimerforschung ein. Für das derzeit größte und am höchsten bewertete Unternehmen im Gesundheitssektor ist die Transaktion ein weiterer Schritt zur Revitalisierung der schwächelnden Pharmasparte.

FRANKFURT. Für den Einstig in die Alzheimerforschung beteiligt sich Johnson & Johnson (J&J) mit 500 Mio. Dollar an einem gemeinsamen Forschungsprojekt der irischen Firma Elan und des US-Konzerns Wyeth. Zusätzlich erwirbt J&J für eine Mrd. Dollar neue Aktien von Elan und wird damit künftig einen Anteil von 18 Prozent an dem irischen Pharma- und Biotechunternehmen halten.

Das Alzheimer-Programm von Elan und Wyeth umfasst mehrere Substanzen, darunter ein biotechnischer Wirkstoff in der abschließenden klinischen Testphase sowie ein potenzieller Impfstoff gegen Alzheimer. J&J schickt sich damit an, Konkurrent von Pfizer, der japanischen Eisai und der deutschen Firma Merz zu werden. Diese dominieren bislang das Alzheimer-Geschäft. Das von Eisai und Pfizer vermarktete Mittel Aricept erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von 2,5 Mrd. Dollar, der von Merz entwickelte Wirkstoff Memantine rund 1,3 Mrd. Dollar.

Aufgrund der demografischen Entwicklung in den westlichen Ländern gilt die Alzheimer-Therapie als potenziell sehr attraktives Wachstumsfeld für die Pharmabranche. Die Entwicklung neuer Wirkstoffe hat sich bisher zwar als extrem schwierig erwiesen, dennoch investieren Pharmakonzerne verstärkt in den Bereich. Die britische Glaxo-Smithkline etwa erwarb im vergangenen Jahr für 430 Mio Euro Rechte an einem potenziellen Alzheimer-Impfstoff der österreichischen Biotechfirma Affiris.

Für J&J, das derzeit größte und am höchsten bewertete Unternehmen im Gesundheitssektor, ist die Transaktion ein weiterer Schritt zur Revitalisierung der schwächelnden Pharmasparte. Das Geschäftsfeld trug 2008 noch gut 24 Mrd. Dollar zum J&J-Gesamtumsatz von 64 Mrd. Dollar bei. Als Folge mehrerer Patentabläufe und wachsender Generikakonkurrenz sinken dort jedoch die Erlöse. Der US-Konzern steht daher relativ stark unter Druck, seine Pipeline zu erneuern.

Für Elan dagegen bietet der Deal eine Möglichkeit, die relativ hohe Finanzverschuldung von netto rund 1,4 Mrd. Dollar deutlich zu reduzieren. Auf Basis des Kaufpreises für die neuen Aktien wird der irische Konzern mit mehr als vier Mrd. Dollar, oder gut dem Fünffachen seines Umsatzes, bewertet. Der Aktienkurs von Elan legte in Reaktion auf den Einstieg von J&J gestern um ein Viertel auf knapp sechs Euro zu. Dabei schreibt Elan aufgrund hoher Forschungs- und Zinskosten nach wie vor tiefrote Zahlen. Für 2008 hatte das Unternehmen bei 762 Mio. Dollar Umsatz einen Verlust vor Steuern von 305 Mio Dollar ausgewiesen.

Hauptprodukt von Elan mit fast 40 Prozent Umsatzanteil ist das Multiple-Sklerose-Medikament Tysabri, das man zusammen mit dem amerikanischen Biotechunternehmen Biogen-Idec vermarktet. Das Medikament verbuchte im vergangenen Jahr ein stürmisches Umsatzwachstum, gerät aber immer wieder durch Sicherheitsprobleme in die Schlagzeilen. Darüber hinaus vertreibt Elan Schmerzmedikamente und Antibiotika. In der Forschung konzentriert sich Elan weitgehend auf neurologische Krankheiten und den Bereich Multiple Sklerose.

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