Beteiligung an Stadtwerke Eschwege untersagt
Kartellamt gibt Eon eine Abfuhr

Das Bundeskartellamt bremst die Eon-Expansionspläne. Die Wettbewerbshüter haben der zum größten deutschen Energieversorger Eon gehörenden EAM Energie den Erwerb einer 30-prozentigen Beteiligung an den Stadtwerken Eschwege untersagt.

HB DÜSSELDORF. Die beabsichtigte Beteiligung hätte die marktbeherrschende Stellung beim Gas- und Stromabsatz des Konzerns verstärkt, teilte die Behörde am Dienstag in Bonn mit. Diese Entscheidung sei die erste in einer Reihe von Beteiligungsvorhaben des Eon-Konzerns an Stadtwerken, über die das Bundeskartellamt noch jeweils im Einzelfall zu entscheiden habe.

Kartellamtschef Ulf Böge sagte dazu auf einer Energie-Konferenz in Düsseldorf, Beteiligungen der Stromriesen an Stadtwerken könnten zu einer Beschränkung des Wettbewerbs führen. Böge hatte bereits zum Jahresbeginn angekündigt, den großen Energiekonzernen den Einstieg in Stadtwerke zu erschweren. Der Appetit der Strom-Größen auf Stadtwerke-Beteiligungen berge die Gefahr der Entstehung marktbeherrschender Stellungen ebenso wie Fusionen unter den Großen selbst. „Vertikale Beteiligungen werden nur noch in engen Grenzen genehmigungsfähig sein“, sagte der oberste Wettbewerbshüter damals.

Stadtwerke ohne eigene teure Kraftwerkskapazitäten gehören anders als bei der Liberalisierung des Strommarktes vor fast drei Jahren wie erwartet zu den Gewinnern der Marktöffnung. RWE - nach Eon Deutschlands zweitgrößter Versorger - besitzt inzwischen über 100 Beteiligungen an Stadtwerken. Eon gehört mit der Tochter Thüga sogar ein lukratives Unternehmen, dessen Geschäftszweck die Minderheitsbeteiligung an Stadtwerken ist.

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