Beteiligung
Biotechfirma Evotec setzt auf indische Kostenstrukturen

Mit der Hamburger Evotec AG hat sich jetzt erstmals ein deutsches Biotechunternehmen in Indien engagiert. Durch die Übernahme des Synthese-Spezialisten RSIPL will Evotec die Kapazitäten und seine Marktpräsenz in der Wirkstoff-Suche erweitern.

FRANKFURT. Für knapp drei Mio. Euro erwirbt Evotec eine 70-prozentige Beteiligung an der indischen RSIPL, einem Serviceunternehmen im Bereich der Chemiesynthese. Ziel ist es, mit Hilfe von RSIPL eine Marktposition als global führender Serviceanbieter in der Wirkstoff-Forschung für die Pharmabranche aufzubauen.

Die Akquisition ist damit Teil eines Strategiewandels, den der neue Firmenchef Werner Lanthaler vor einigen Monaten bei dem Hamburger Unternehmen einleitete. Lanthaler hat das Engagement von Evotec in der Entwicklung eigener Medikamente gekürzt und versucht statt dessen, das alte Kerngeschäft im Bereich der Wirkstoff-Suche für externe Partner, insbesondere große Pharmahersteller, auszubauen. Er glaubt, dass Evotec in diesem Bereich technologisch führend ist. Der Zukauf des indischen Unternehmens mit rund 160 Mitarbeitern soll nun dabei helfen, die Kapazitäten zu erweitern und die Effizienz zu steigern. "Wir kombinieren sozusagen deutsche Wertarbeit mit asiatischen Kostenstrukturen", so Lanthaler.

Bei der Wirkstoffsuche (drug discovery) geht es vor allem darum, große Sammlungen potenzieller Pharmamoleküle oder Molekül-Fragmente darauf zu testen, inwieweit sie an therapeutische relevante Zielmoleküle binden. Auch versucht man, schon in dieser Phase Hinweise auf toxische Eigenschaften zu erhalten. Dazu erwarb Evotec kürzlich eine in England und Singapur tätige Forschungseinheit für die Prüfung von Pharmasubstanzen an Zebrafischen.

Ausgangsbasis für das Hamburger Unternehmen sind selbst entwickelte Verfahren für das so genannte Screening von Substanzen. Darüber hinaus ist das Unternehmen auch in der Strukturanalyse und Optimierung von Wirkstoffkandidaten engagiert. Zu den wichtigsten Partnern und Kunden aus der Pharmabranche gehören Novartis, Roche und Boehringer Ingelheim. Servicegebühren und Erfolgsprovisionen (Meilensteinzahlungen) von diesen Partnern stellen den Löwenanteil der Evotec-Umsätze von 39 Mio Euro im vergangenen Jahr und 18,7 Mio Euro (plus 29 Prozent) im ersten Halbjahr 2009.

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