Beteiligung
Daimler-Mitarbeiter wollen Anteil am Aufschwung

Daimler rechnet für das laufende Jahr mit einem Vorsteuergewinn von rund sechs Milliarden Euro, mehr als in den meisten Jahren zuvor. Nun fordern auch die Beschäftigten des Autoherstellers ihren Anteil am Aufschwung.
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HB SINDELFINGEN. Nach der unerwartet schnellen Erholung der Auto-Branche von der Wirtschaftskrise wollen die Beschäftigten von Daimler wieder zügig am sprudelnden Gewinn beteiligt werden. Die Belegschaft habe während der Absatztalfahrt durch Kurzarbeit und Gehaltsverzicht wesentlich dazu beigetragen, die schlechten Zeiten gut zu bewältigen, sagte Konzernbetriebsratschef Erich Klemm am Freitag in Sindelfingen bei Stuttgart.

"Die Beschäftigten müssen daher nun auch am wirtschaftlichen Erfolg beteiligt werden", sagte der Gewerkschafter und forderte eine Neuauflage des eingefrorenen Belegschaftsaktien-Programms, eine angemessene Ergebnisbeteiligung für 2010 und eine vorgezogene Erhöhung der Tarifgehälter bereits im Februar kommenden Jahres.

Daimler rechnet bislang im laufenden Jahr mit einem Gewinn vor Steuern und Zinsen von rund sechs Mrd. Euro und verdient damit deutlich mehr als in den meisten Jahren dieser Dekade. Der zu Beginn dieses Jahres abgeschlossene Tarifvertrag in der Metall- und Elektroindustrie sieht vor, dass die für April 2011 vereinbarte Lohnerhöhung um 2,7 Prozent bei guter wirtschaftlicher Lage um zwei Monate vorgezogen oder nach hinten geschoben werden kann.

"Dieser Tarifvertrag wurde noch unter dem Licht der Krise geschlossen", sagte Klemm. Durch Kurzarbeit, Gehaltseinbußen und weitere Einschnitte hätten die Beschäftigten Daimler im vergangenen Jahr 2,1 Mrd. Euro Kosten gespart. "Über eine Vorziehung der Tariferhöhung sollte es daher keinen Streit geben", sagte Klemm.

Da der Tarifvertrag noch bis Frühjahr 2012 läuft, will Daimler-Betriebsratschef Klemm für die Beschäftigten des Stuttgarter Autobauers zudem eine möglichst hohe Ergebnisbeteiligung für das zu Ende gehende Jahr durchsetzen. Er rechne mit "ergiebigen" Gesprächen dazu, sagte Klemm.

Traditionell wird bei Daimler bis zur Bilanzpressekonferenz Mitte Februar die Höhe der Ergebnisbeteiligung der Mitarbeiter zwischen Vorstand und Betriebsrat ausgehandelt. Im Krisenjahr 2009 belief sich der Bonus für die Beschäftigten noch auf 500 Euro, obwohl Daimler einen milliardenschweren Verlust eingefahren hatte. Der bislang höchste Bonus betrug nach Betriebsratsangaben 2500 Euro je Mitarbeiter.

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