Beteiligung
EADS liebäugelt mit Krauss-Maffei

Der deutsch-französische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS plant eine Beteiligung am Panzerhersteller Krauss-Maffei-Wegmann (KMW). Der Verkauf der Anteile könnte die krieselnde deutsche Heerestechnik-Industrie konsolidieren. Die Situation ist allerdings nicht ganz so einfach.

MÜNCHEN. „Es gibt ein Interesse“, sagte EADS-Strategievorstand Thomas Homberg vor Journalisten. Konkret geht es um die 49 Prozent, die Siemens an dem Münchener Rüstungsunternehmen hält. Siemens bestätigte am Dienstag auf Nachfrage seine Absicht, die Anteile verkaufen zu wollen. Verhandlungen gibt es aber nach Aussagen beider Unternehmen noch nicht.

Krauss-Maffei-Wegmann ist neben dem Düsseldorfer Rheinmetall-Konzern einer der führenden Anbieter von Heerestechnik in Deutschland. Zu 51 Prozent ist das Unternehmen in Familienbesitz. Siemens hat seine 49 Prozent im Zuge der Zerschlagung des Mannesmann-Konzerns übernommen. Der Wunsch, die Anteile wieder abzustoßen, ist groß: Siemens hat sonst keinen Fuß im Rüstungsgeschäft und steckt selbst in einem tief greifenden Umbau.

Für den Verkauf der Anteile gibt es aber zwei Einschränkungen: Zum einen hat die Familie um Firmenchef Manfred Bode ein Mitspracherecht bei einer Veräußerung. Und auch die Bundesregierung muss einem Verkauf der Anteile des Rüstungsunternehmens zustimmen. Ausländische Investoren kommen somit kaum in Frage: „Das grenzt die Zahl der Interessenten erheblich ein“, heißt es in der Branche.

Der deutsch-französische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS wiederum plant seit längerem, seine Rüstungssparte auszubauen, um ein Gegengewicht zum stark schwankenden Geschäft der Flugzeugtochter Airbus zu schaffen. So soll das Verteidigungsgeschäft von derzeit rund 25 Prozent bis Ende des Jahrzehnts auf mindestens 30 Prozent anwachsen – bei insgesamt stark steigenden Umsätzen.

„Wir sind bereits jetzt der größte Heeresausrüster in Deutschland“, sagte EADS-Verteidigungschef Stefan Zoller. Dass die Konsolidierung der deutschen Heerestechnik-Industrie bevorsteht, ist für den EADS-Chefstrategen Thomas Homberg keine Frage: „Der Leidensdruck der Branche wird größer.“ Zudem verweist man bei EADS darauf, dass der Anteil vernetzter Systemkomponenten im Verteidigungsgeschäft stetig steigt – hier liegt eine Stärke der EADS. So arbeitet der Konzern am Projekt „Infanterist der Zukunft“, das einen vollständigen Datenaustausch sämtlicher Truppenteile vorsieht.

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