Beteiligung
Händler helfen bei Opel-Rettung

Jetzt bekommt der Autobauer Opel offizielle Schützenhilfe von seinen deutschen Händlern. Einen dreistelligen Millionenbetrag wollen sie zur Rettung der General-Motors-Tochter beisteuern. Der Händlerverband VDOH hat auch bereits klare Vorstellungen, wie die Mittel eingesetzt werden sollten.

HB DARMSTADT. Zur Umsetzung des Plans müssten die Händler am Unternehmen beteiligt werden. Am Donnerstag stimmten die Mitglieder des VDOH geschlossen für einen Einstieg bei Opel. "Das ist ein Signal an die Öffentlichkeit, vor allem aber an unsere Mitarbeiter und die Politik", sagte VDOH-Vorstand Thomas Bieling. Mit der Entscheidung ebnen die deutschen Autohäuser den Weg für die geplante Beteiligung aller europäischen Opel-Händler, die sich für 400 Millionen Euro mit zehn bis zwanzig Prozent an dem Rüsselsheimer Autobauer beteiligen wollen. Gemeinsam mit dem Beschäftigten, die ebenfalls eine Beteiligung an Opel ins Auge fassen, ist eine Sperrminorität von gut 25 Prozent geplant.

Opel-Chef Hans Demant sprach von einem wichtigen Beitrag zur Rettung des Autobauers und einem wesentlichen Signal an die Politik. Die Händler machen ihr Engagement von einer Unterstützung der Bundesregierung und einer Beteiligung der Mitarbeiter abhängig. Zudem soll nach ihrer Vorstellung möglichst schnell ein privater Investor gefunden werden, der Opel eine Zukunftsperspektive gibt, während die Mutter in den USA künftig nur noch eine Minderheitsbeteiligung halten soll. "Was für uns wichtig ist, ist der Schulterschluss aller Beteiligten", sagte Bieling.

Nach Vorstellung des GM-Europe-Managements soll die Bundesregierung für die Gelder eines privaten Investors bürgen, den das Unternehmen sucht. Europaweit hat der Autobauer 3,3 Milliarden Euro staatliche Hilfen beantragt.

Finanzieren wollen die Opel-Vertriebspartner ihren Einstieg aus den Autoverkäufen. Von jedem verkauften Neuwagen sollen die Händler drei Jahre lang 150 Euro an einen Fonds abführen, der von der europäischen Opel-Händler-Vereinigung Euroda verwaltet wird. Der Fonds beteiligt sich dann an Opel. Die endgültige Entscheidung über den Einstieg soll am 15. Mai in Wien fallen. Dann entscheidet der Verband Euroda über das Vorgehen des Vertriebs. Bis dahin sei damit zu rechnen, dass sich die Händler auch in anderen Opel-Ländern für einen Einstieg aussprächen, sagte der Euroda-Repräsentant im VDOH, Esko Thüllen. Allein in Deutschland gibt es 2 000 Opel-Standorte, in denen 35 000 Menschen arbeiten. Europaweit sind es 4 000 Händler mit 120 000 Arbeitsplätzen.

IG Metall-Chef Berthold Huber forderte rasche Entscheidungen zur Rettung des Autobauers. "Wir haben wahrscheinlich nicht mehr so viel Zeit, um die Arbeitsplätze bei Opel zu sichern." Wenn die Regierung die Zukunft von Opel wirklich sichern wolle, müsse sie zumindest erkennen lassen, ob sie bereit sei, "einen Schutzschirm für Opel in Form von einer direkten Beteiligung oder in Form von Bürgschaften abzugeben".

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