Beteiligung
Polen will bei EADS einsteigen

Nach Deutschland, Frankreich und Spanien will nun auch Polen Anteile am Luftfahrt- und Rüstungsriesen EADS erwerben. Die Beteiligung soll das Land noch enger in das europäische Verteidigungssystem einbinden.
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WarschauDie polnische Regierung verhandelt einem Bericht zufolge über einen Einstieg beim europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS. Dabei gehe es um eine Beteiligung von ein bis zwei Prozent, berichtete die Tageszeitung „Dziennik Gazeta Prawna“ am Mittwoch. Ziel sei es, die militärische Kooperation mit der Europäischen Union auszubauen. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums betonte, man werde „analysieren welche Vorteile Polen von einer Beteiligung an EADS hat, aber das ist ein langer Prozess und wir sind erst am Anfang.“ Eine endgültige Entscheidung müsse der Premierminister fällen.

Eine Ein-Prozent-Beteiligung hätte bei dem gegenwärtigen Aktienkurs einen Wert von rund 400 Millionen Euro.

EADS ist die Muttergesellschaft des Flugzeugbauers Airbus, verfügt aber auch über eine breite Rüstungssparte. Zu den Eigentümern gehören auch die französische, deutsche und spanische Regierung. Allerdings hatte EADS-Chef Thomas Enders erst kürzlich den Staatseinfluss beim Rüstungsriesen durch eine Reform der Aktionärsstruktur zurückgedrängt. Frankreich hat seine Anteile von 15 auf 12 Prozent reduziert und damit sein Veto-Recht bei strategischen Entscheidungen verloren. Deutschland hält ebenfalls 12 Prozent an EADS, Spanien hält vier Prozent.

Bereits 2006 hatte sich die russische Bankengruppe VTB für rund eine Milliarde Euro rund fünf Prozent der EADS-Anteile gesichert. Weil das Unternehmen den Russen aber jeglichen Einfluss in den Aufsichtsgremien und auf die Unternehmensstrategie verwehrten, wurden die Anteile aber bereits nach wenigen Monaten wieder verkauft.

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Kommentare zu " Beteiligung: Polen will bei EADS einsteigen"

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  • Polen bleiben unterm Strich 11 Mld. Euro an EU Mitteln? Das sind dann doch Peanuts im Vergleich zu den 400 Mld. Euro BIP das die Wirtschaft dort mittlerweile jährlich erwirtschaftet. Dann lohnt es sich ja doch für Deutschland - Export nach Polen: über 30 Mld. / Jahr, steigend

  • Und sicher wird Deutschland Polens Beteiligung bezahlen, z.B. aus KfW-Mitteln.

  • Polen ist Netto-Empfänger von EU-Leistungen, in 2011 ca. 11 Mrd. EUR !!

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