Beteiligungsgesellschaft
Permira investiert in Ungarn

Permira ist mit der Übernahme des ungarischen Chemiekonzerns Borsodchem einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Die Beteiligungsgesellschaft kontrolliert nun 92,9 Prozent der Anteile und plant 500 Mill. Euro zu investieren.

DÜSSELDORF. Nach Ablauf der Frist für ein Übernahmeangebot an die Aktionäre von Borsodchem, das mit 4 300 Mitarbeitern zu den fünf größten börsennotierten Unternehmen in Ungarn gehört, kontrolliert Permira 92,9 Prozent der Anteile.

Wie Thomas Jetter, bei Permira zuständig für die Chemie-Beteiligungen, gegenüber dem Handelsblatt erklärt, werde Borsodchem nun vollständig übernommen. Dazu stehen dem Private-Equity-Unternehmen 1,1 Mrd. US-Dollar zur Verfügung. Für die 58,8 Mill. bereits übernommenen Anteile wurden 850 Mill. US-Dollar (165 Mrd. Forint) bezahlt. Borsodchem ist an den Börsen in Budapest, Warschau und London gelistet.

Permira setzt auf die Polyurethan-Expertise des Chemiekonzerns. „Mitte der neunziger Jahre hat Borsodchem mit Hilfe einer japanischen Lizenz Isocyanate hergestellt, inzwischen aber ein eigenes proprietäres Produktionsverfahren entwickelt“, beschreibt Jetter das Investment.

Der Polyurethan-Markt, der weitgehend von Bayer, BASF und dem US-Unternehmen Huntsman bedient wird, weist konstante Zuwachsraten auf. Erst vor wenigen Monaten startete Bayer in Schanghai eine Produktion im Worldscale-Maßstab (jährlich über 100 000 Tonnen). BASF und Dow Chemical kündigten vor einem Monat an, gemeinsam eine Großanlage für das Kunststoff-Vorprodukt TDI mit einer Kapazität von 300 000 Jahrestonnen zu prüfen.

Borsodchem will auf dem Firmenareal in Kazincbarcika TDI-Kapazitäten von über 120 000 Tonnen aufbauen. Dafür plant die in London ansässige Permira, die damit erstmals in Osteuropa tätig wird, weitere 500 Mill. Euro zu investieren. Die vorhandene Kapazität würde damit bis 2011 verdoppelt.

Jetter sieht sehr gute Wachstumschancen: Borsodchem sei bestens in Mittel- und Osteuropa vertreten und zähle auch zahlreiche weiterverarbeitende Betriebe in Westeuropa zu seinen Kunden. Eine Verbindung von Borsodchem und dem Chemieunternehmen Cognis, ebenfalls eine Permira-Beteiligung, sieht er derzeit nicht.

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