Betonpumpen-Hersteller
Putzmeister geht an chinesischen Rivalen

Das chinesische Unternehmen Sany Heavy Industries übernimmt einen deutschen Konkurrenten: den mittelständischen Betonpumpen-Hersteller Putzmeister. Dieser soll aber ein hohes Maß an unternehmerischer Freiheit behalten.
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FrankfurtDer schwäbische Betonpumpen-Hersteller Putzmeister gehört künftig dem chinesischen Konkurrenten Sany Heavy Industries. Das 1958 gegründete Unternehmen aus Aichtal bei Stuttgart sei der bisher größte Zukauf eines chinesischen Käufers in Deutschland, teilte Putzmeister am Freitag mit. Es sei das erste Mal überhaupt, dass ein deutscher Mittelständler sein Unternehmen nach China verkaufe. Sany und Putzmeister würden zum größten Hersteller von Betonpumpen weltweit, sagte Putzmeister-Gründer Karl Schlecht.

Bisher waren chinesische Übernahmeinteressenten in Deutschland fast nur bei insolventen oder sanierungsbedürftigen Firmen zum Zug gekommen. Zum Kaufpreis für Putzmeister mit seinen 3000 Mitarbeitern und 570 Millionen Euro Umsatz sei Stillschweigen vereinbart worden. Zwei mit der Transaktion vertraute Personen taxierten ihn auf einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag. Der Erlös geht an zwei Stiftungen der Familie Schlecht.

Vor einem Jahr war der Hildesheimer Leichtmetall-Zulieferer KSM Castings für rund 300 Millionen Euro an den Alufelgen-Hersteller Citic Dicastal Wheel gegangen. Schlecht bezeichnete den Verkauf als „Vorzeigebeispiel einer globalen Transaktion“. Sany-Gründer und -Mehrheitseigner Liang Wengen teile „nicht nur unseren Unternehmergeist, sondern auch die Werte von Putzmeister“. Putzmeister werde ein hohes Maß an unternehmerischer Freiheit behalten, Geschäftsführer Norbert Scheuch werde in den Vorstand von Sany einrücken.

Finanzielle Unterstützung für die Übernahme bekommt Sany vom chinesischen Finanzinvestor Citic PE Advisors, der eine Minderheitsbeteiligung an Putzmeister übernimmt. Begleitet wurde die Übernahme von der Investmentbank Morgan Stanley.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Augenblick mal,

    Der Eigentümer hat seinen Laden aus freien Stücken an die Chinesen verkauft.

    Es war keine feindliche Übernahme oder eine hinterlistige Taktik.

    Wenn sie hier deutsche Interessen beschädigt sehen, wenden Sie sich an Herrn Karl Schlecht.

  • Das ist in der Tat der Ausverkauf der deutschen Industrieperlen wegen der Weichwährung Euro. Das verstehen die Euromantiker in der Tat nicht.
    Aber es ist egal. Den Euromantikern und deren Kindern wird die Rechnung auch präsentiert werden. Ideologieverblendet bis zum bitteren Ende. Verständnislos und im Wunschdenken verhaftet.

  • Was soll denn diese Schwarzmalerei immer? Dass China mehr Patente und größere Firmen hat, ist ja auch so überraschend, die haben ja auch kaum 20fach soviele Einwohner. Das ist Marktwirtschaft, genauso profitieren deutsche Firmen vom chinesischen Markt. Zudem hat Sany, die die deutschen eben als PRIVATWIRTSCHAFTLICHES Unternehmen gekauft haben, extrem in Deutschland investiert und wird es weitertun. Schaut euch mal die Jobangebote auf deren Seite am und die Berichte über das Werk in Bedburg. Sie sind Weltmarktführer und wahrscheinlich zurecht, zudem war Putzmeister gut, nur wollten die Eigentümer eben Geld für ihre Stiftungen einnehmen. Sany war bereits der größte Hersteller, also hatten sie die Technologie so auch schon, da ihre Hauptentwicklungszentren bei Bedburg in Köln haben. Macht kein Drama raus, besser als ein staatliches chinesisches Unternehmen, dass die Arbeitsplätze wegzieht. Ein privates chin. Unternehmen verhält sich nicht anders als ein deutsches oder amerikanisches.

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