Betriebliche Vorsorge
IBM Deutschland gründet Pensionsfonds

Die IBM Deutschland GmbH plant, Betriebsrenten ihrer Mitarbeiter künftig in einen eigenen neuen Pensionsfonds auszulagern. IBM-Chef Jetter wehrt sich damit gegen die hohen Beitragsforderungen des Pensions-Sicherungsvereins. Die Beiträge hatten sich 2009 drastisch erhöht.
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HB BERLIN. Die Gründung des Pensionsfonds kündigte Firmenchef Martin Jetter im Gespräch mit dem Handelsblatt an. Er begründete das Vorhaben mit unangemessen hohen Beitragsforderungen des Pensions-Sicherungsvereins (PSV), der den gesetzlich vorgegebenen Insolvenzschutz für die betriebliche Altersversorgung organisiert.

„Wir drängen im PSV schon lange darauf, die Beitragsstrukturen zu reformieren und stärker nach dem tatsächlichen Schadensrisiko der versicherten Ansprüche zu staffeln“, sagte Jetter. Nun werde IBM mit dem geplanten Pensionsfonds „andere gesetzliche Optionen nutzen, um unsere Beitragslast auf ein angemessenes Niveau zu bringen.“

Bislang organisiert IBM Deutschland die betriebliche Alterversorgung über eine sogenannte rückgedeckte Unterstützungskasse. Pensionsfonds unterliegen demgegenüber zwar einer direkten Kontrolle durch die Finanzaufsicht, dafür fällt bei ihnen aber nur ein Fünftel des regulären Beitrags an den Pensions-Sicherungsverein an.

Gleichwohl bleibe es ein Problem, dass der PSV-Beitrag bei allen anderen Varianten der Betriebsrente nicht nach Ausfallrisiko differenziere, sagte Jetter. Denn auch schon das bisherige IBM-Modell sei überdurchschnittlich gut insolvenzgesichert – solche Eigenvorsorge werde durch die derzeitige Beitragsstruktur jedoch regelrecht „bestraft“.

Hintergrund seiner Pläne ist auch ein drastischer Anstieg der PSV-Beitragslast im Krisenjahr 2009: Die gemeinsame Sicherungseinrichtung der Wirtschaft hatte bei ihren 76 000 Mitgliedsfirmen insgesamt 4,1 Mrd. Euro eintreiben müssen, um Betriebsrenten von Pleiteunternehmen zu sichern – acht Mal so viel wie im Vorjahr.

Allein IBM Deutschland habe daher 2009 mit seiner voll beitragspflichtigen Unterstützungskasse eine Sonderbelastung von rund 100 Mio. Euro schultern müssen, betonte Jetter. Zunächst wolle IBM Deutschland nun „substanzielle Teile“ seiner bestehenden Pensionsverpflichtungen in den neuen Pensionsfonds auslagern, sagte er, ohne bereits Details zu nennen. IBM hat in Deutschland gut 21 000 Beschäftigte.

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