Betriebsgewinn um 38 Prozent gesteigert
Daimler-Chrysler überrascht die Analysten mit Quartalszahlen

Dank der Kosteneinsparungen und einer guten Fahrzeugnachfrage hat der deutsch-amerikanische Automobilkonzern Daimler-Chrysler im dritten Quartal unerwartet deutliche Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis erzielt.

HB STUTTGART. Der Betriebsgewinn sei von Juli bis September um 38 % auf 1,84 Mrd. € gestiegen, teilte Daimler-Chrysler am Dienstagabend in Stuttgart. Befragte Analysten hatten dem Konzern nur einen Anstieg um 17 % zugetraut. „Alle automobilen Geschäftsfelder haben mit Ergebnisverbesserungen zu dieser Entwicklung beigetragen“, teilte der Vorstand mit. Am stärksten wuchs die Lkw- und Bus-Sparte, deren Betriebsgewinn sich binnen Jahresfrist auf 498 Mill. € fast verdreifachte. Auch die zuletzt gerade noch profitabel wirtschaftende Mercedes-Pkw-Gruppe lieferte mit 436 Mill. € deutlich mehr Gewinn ab als im Vorjahr. Chrysler legte ebenfalls um 43 % zu und konnte mit einem Gewinn von 310 Mill. € als einziger der drei US-Autobauer im Fahrzeuggeschäft schwarze Zahlen schreiben.

Im Nutzfahrzeuggeschäft steig der Gewinn sogar sprunghaft um 213 % auf 498 Mill. €. Das Vorjahres-Vergleichsquartal war allerdings durch die Aufwendungen für Mitsubishi Fuso in Japan belastet worden. Die Finanzsparte konnte mit 408 Mill. € operativen Gewinn das Ergebnis fast halten (minus 1 %).

Mit dem um neun Prozent gesteigerten Konzernumsatz von 38,2 Mrd. € übertraf Daimler-Chrysler ebenso die Erwartungen der Analysten, die nur 36,8 Mrd. € prognostiziert hatten. Der Konzerngewinn ging mit 755 Mill. € gegenüber dem von Verkaufserlösen beflügelten Vorjahresergebnis von 951 Mill. € allerdings deutlich zurück. Neben dem geringeren Finanzergebnis hätten höhere Ertragssteuern zu Buche geschlagen, teilte Daimler-Chrysler mit. Die Analysten hatten lediglich einen Überschuss von 732 Mill. € prognostiziert.

Daimler-Chrysler bekräftigte die Erwartungen für das laufende Jahr: Demnach wird der operative Gewinn ohne die Belastungen aus der Sanierung von Smart leicht über den 5,8 Mrd. € des Vorjahres liegen. Die Kosten für den Abbau tausender Stellen bei Mercedes sollen durch ein besseres operatives Abschneiden und Verkaufserlöse - etwa für den Groß-Dieselmotorenhersteller MTU Friedrichshafen - hereingeholt werden. Von den 950 Mill. €, die der Stellenabbau koste, werde der Löwenanteil noch im vierten Quartal anfallen.

Ursprünglich hatte der Autokonzern die Quartalszahlen erst am Mittwoch veröffentlichen wollen. Die überraschende Publizierung am Dienstagabend wurde damit erklärt, dass der operative Gewinn deutlich über den Kapitalmarkterwartungen gelegen habe und der Prüfungsausschuss der Veröffentlichung am Dienstagnachmittag zugestimmt habe. Finanzchef Bodo Uebber will die Zahlen am Mittwochnachmittag in einer Telefonkonferenz erläutern.

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