Betriebsrat fordert Beschäftigungssicherung bis 2010
Opel verlangt deutliche Zugeständnisse

Nach Daimler-Chrysler und Volkswagen plant jetzt auch der Autobauer Opel millionenschwere Einsparungen bei seinen Beschäftigten. In den Gesprächen über Kostenreduzierungen in seinen deutschen Werken fordert der Rüsselsheimer Autobauer nach Betriebsratsangaben von der Belegschaft weit gehende Zugeständnisse bei Einkommen, Sozialleistungen und der Arbeitszeit.

HB RÜSSELSHEIM. Diese Forderungen habe der Vorstand dem Gesamtbetriebsrat bei den laufenden Verhandlungen über einen „Zukunftsvertrag“ auf den Tisch gelegt, teilte die Arbeitnehmervertretung der deutschen Tochter von General Motors am Mittwoch in Rüsselsheim mit, ohne Details zu nennen. Der Gesamtbetriebsrat wolle in den Gesprächen erreichen, dass mit innovativen und flexiblen Lösungen Arbeitsplätze in allen Unternehmensteilen langfristig gesichert würden. Betriebsratschef Klaus Franz hatte Reuters am Montag gesagt, dass die Belegschaftsvertretung einen Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen bis 2010 erreichen wolle.

Die von der schwachen Nachfrage und Überkapazitäten in ihren Werken gebeutelten deutschen Autohersteller suchen derzeit nach Einsparungsmöglichkeiten bei den Personalkosten, um gegen die oft günstiger produzierende ausländische Konkurrenz zu bestehen. Opel leidet seit Jahren unterrückläufigen Absatzzahlen und verzeichnete zuletzt hohe Verluste. Trotz umfangreicher Sparprogramme und Vorleistungen der Belegschaft hatte Opel 2003 im operativen Geschäft ein Minus von 384 Millionen Euro verbucht. Der Umsatz war um 6,3 Prozent auf 13,9 Milliarden Euro geschrumpft. Mit neuen Modell wie dem Opel Astra hoffen die Rüsselsheimer derzeit - trotz des anhaltend schwachen deutschen Automarktes - wieder aus der Krise zu kommen.

Der Betriebsrat strebt nach eigenen Angaben Zusagen des Opel-Managements zur Kapazitätsauslastung sowie zur Entwicklung einzelner Standorte an. In einer Vereinbarung soll das Unternehmen darüber hinaus das bestehende Einkommensniveau der Beschäftigten sowie die existierenden Tarifverträge garantieren, teilte der Betriebsrat mit. Eine Beschäftigungsgarantie hatte der neue Opel-Chef Hans Demant bereits mit dem Argument abgelehnt, die Auslastung der Werke könne für eine so langen Zeitraum nicht vorhergesagt werden. Die Gespräche mit dem Betriebsrat sollen bis Ende Oktober abgeschlossen sein. Weder das Unternehmen selbst noch der Betriebsrat waren am Mittwoch zu näheren Angaben über den Verhandlungsstand bereit.

Damit strebt der Betriebsrat bei Opel einen ähnliche Vereinbarung an, wie dies die IG Metall in den Mitte September beginnenden Verhandlungen über einen neuen Haustarif bei Volkswagen erreichen will. Dort fordert die Gewerkschaft eine zehnjährige Bestandsgarantie für die rund 100 000 Arbeitsplätze in den westdeutschen VW-Werken. Ähnlich der vor Kurzem bei DaimlerChryslerbereits getroffenen Vereinbarung über ein millionenschweres Sparpaket soll Volkswagen die Vergabe der Produktion von bestimmten Fahrzeugen, Komponenten und Aggregaten an bestimmte Werke zusagen, um die Arbeitsplätze zu garantieren. Dies lehnt der Wolfsburger Konzern ab.

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