Betriebsrat lenkt ein
Chinesen machen Saargummi-Übernahme perfekt

Die chinesische Chonqing Light Industry & Textile (CQLT) hat die Übernahme des deutschen Autozulieferers SaarGummi abgeschlossen. Zuvor hatten Gewerkschaft und SaarGummi-Betriebsrat den Weg frei gemacht.
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FrankfurtDie Übernahme des Autozulieferers SaarGummi durch dessen chinesischen Partner CQLT ist unter Dach und Fach. Der Betriebsrat und die Gewerkschaft IG BCE hätten eingelenkt und dem Sanierungskonzept zugestimmt, teilte Chongqing Light Industry & Textile (CQLT) am Freitagabend mit. Danach sollen 46 von 783 Stellen am Firmensitz in Büschfeld im Saarland abgebaut werden, für die verbleibenden Arbeitsplätze gibt CQLT aber eine Beschäftigungsgarantie für die nächsten fünf Jahre. CQLT wolle 15 Millionen Euro in Büschfeld investieren.

Die Insolvenzverwalter hatten Alarm geschlagen und vor einem Aus des Konzerns mit 4000 Arbeitsplätzen gewarnt, nachdem sich die Arbeitnehmervertreter gegen die Bedingungen des Verkaufs gewehrt hatten. Das Unternehmen stellt Dichtungen für Fenster- und Türrahmen, Motorhauben, Kofferraumdeckel und Cabriodächer her und hat damit 2010 rund 350 Millionen Euro umgesetzt.

"Nur wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen, können wir die SaarGummi wieder auf Wachstumskurs bringen", sagte CQLT-Chef Wenqing Zhang nach der Einigung. Der Autozulieferer ist einer der ersten in Deutschland, der an einen chinesischern Käufer geht. "Unser Ziel ist, SaarGummi Deutschland zum Kern unserer Aktivitäten in Deutschland, Europa und den USA zu machen", sagte Zhang.

Eine Alternative zu den Chinesen gebe es nicht, hatte Detlef Specovius, ein Mitarbeiter der Insolvenzverwalter, gewarnt. Die beiden anderen Angebote für Saargummi aus Polen und Indien seien nicht akzeptabel für die Gläubiger. Ein Bieter habe keine Finanzierung vorgelegt, das andere sei viel zu niedrig gewesen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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