Betriebsrat
Opel-Neustart soll bis Februar erfolgen

Das neue Opel-Zeitalter soll nach Meinung von Klaus Franz möglichst schnell eingeläutet werden. Der Opel-Betriebsratschef dringt auf rasche Ergebnisse, denn das Zeitfenster sei klein. Franz macht eine Beteiligung von zehn Prozent zur Bedingung.
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RÜSSELSHEIM. Opel-Betriebsratschef Klaus Franz hat auf schnelle Ergebnisse beim geplanten Neustart des Rüsselsheimer Autobauers gedrängt und die Messlatte für eine sich anbahnende Mitarbeiterbeteiligung hoch gelegt. „Spätestens Mitte Februar muss das neue Managementteam sowie die neue Organisationsstruktur stehen", sagte Franz gestern in Rüsselsheim. „Wir haben kein großes Zeitfenster: Wir haben maximal anderthalb Monate Zeit, um alles zu regeln.“

Ansonsten werde es in jeglicher Beziehung „fatal“. Für die von GM bereits im Grundsatz akzeptierte Unternehmensbeteiligung der Arbeitnehmer im Gegenzug für Lohnzugeständnisse machte Franz einen Anteil von zehn Prozent und eine Umwandlung von Opel in eine Aktiengesellschaft zur Bedingung. "Darunter werden wir es nicht machen." Der neue Opel-Chef Nick Reilly betonte gestern, dass Opel vor einem schwierigen Jahr stehe, er aber von einer glänzenden Zukunft für das Europageschäft überzeugt sei.

Reilly will sein endgültiges Konzept für den Rüsselsheimer Autobauer voraussichtlich Mitte Januar vorlegen. Der GM-Plan steht aber bereits weitgehend fest. Im Zuge der Sanierung stehen bei der deutschen Tochter Opel und ihrer britischen Schwestermarke Vauxhall demnach etwa 8000 der 48 000 Stellen sowie das belgische Werk Antwerpen auf der Kippe.

GM will zur Sanierung von Opel selbst 600 Mio. Euro einsetzen und hofft auf Staatshilfen der europäischen Regierungen in Gesamthöhe von 2,7 Mrd. Euro sowie auf Zugeständnisse der Belegschaft in Höhe von 265 Mio. Euro jährlich. Bislang hatten die Belegschaftsvertreter zwar grundsätzliche Bereitschaft dazu erkennen lassen, eine Zustimmung aber von Zusagen und Entgegenkommen auf Seiten von GM abhängig gemacht. Der abgewiesene Opel-Interessent Magna hatte der Belegschaft im Gegenzug einen Anteil von zehn Prozent an Opel einräumen wollen.

Bei den Verhandlungen mit den Opel-Arbeitnehmern waren das GM-Management und die Belegschaft zuletzt deutlich aufeinander zugegangen. So akzeptierte GM grundsätzlich die Forderung des Betriebsrates, die Mitarbeiter am neuen Unternehmen zu beteiligen. Allerdings herrscht noch Uneinigkeit über die Höhe der Beteiligung. Auch eine von den Arbeitnehmern geforderte Umwandlung von Opel in eine Aktiengesellschaft stellte Reilly bereits in Aussicht. „Die Gespräche sind auf gutem Wege“, betonte Franz gestern.

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