Betriebsrat will über Neuorganisation des Europageschäfts verhandeln
Opel-Betriebsrat fordert «Signal für Deeskalation»

Die Arbeitnehmer-Vertreter bei Opel sind empört über die Umgangsformen des GM-Managements: Die Neuordnung des europäischen Opel-Geschäfts müsse gemeinsam mit den Betriebsräten beraten werden.

HB BERLIN. Klaus Franz, der Chef des Opel-Gesamtbetriebsrats, verlangt von der Unternehmensführung ein «klares Signal für eine Deeskalation» der Debatte um die Reorganisation des europäischen Geschäfts. Die anstehende Neuordnung müsse mit den Betriebsräten der Marken Opel, Saab und Vauxhall am Verhandlungstisch beraten werden, verlangt Franz im Gespräch mit der «Welt am Sonntag» (WamS).

Hintergrund sind die Pläne der amerikanischen Konzernmutter General Motors, wegen finanzieller Verluste und Überkapazitäten der Werke in Europa Stellen zu streichen und möglicherweise ein Werk komplett zu schließen. Dabei könnte auch das deutsche Stammwerk in Rüsselsheim zur Disposition gestellt werden, befürchten die Gewerkschaften.

Äußerungen vom GM-Management über die hohen Produktionskosten in Europa hatten die Stimmung angeheizt: «Das sind Wildwest-Manieren. Man schlägt hier Beulen in das Blech», empörte sich Franz im Gespräch mit der «WamS». Das schädige den Ruf und sei vor allem deshalb bedauerlich, als die Marke Opel in Bezug auf die Qualität deutliche Fortschritte gemacht habe. Die Arbeitnehmer wollten sich aber nicht provozieren lassen, sondern einen kühlen Kopf bewahren, sagte Franz weiter.

Zugleich bekräftige Franz seine Forderung nach einer Verlängerung der Kündigungsfrist für den Ende Oktober auslaufenden Opel-Haustarifvertrag und verwies auf die anstehende Entscheidung über den Standort für die Produktion des Vectra-Nachfolgers. «Ein solcher Zukunftsvertrag macht erst Sinn, wenn klar ist, wo die Mittelklasse gebaut wird». GM hatte angekündigt, die Standortentscheidung in den ersten beiden Monaten des kommenden Jahres bekannt zu geben.

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