Betriebsrenten-Kassen
Renten belasten Konzerne

Die Finanzkrise reißt Löcher in die Betriebsrenten-Kassen. Die Lücke zwischen Pensionsverpflichtungen und dem dafür zur Verfügung stehenden Vermögen wird größer. Betroffen sind ausgerechnet die Konzerne, die Forderungen von Ratingagenturen folgten und ihre Pensionsverpflichtungen auslagerten.

DÜSSELDORF/FRANKFURT. Anstatt Rückstellungen in den Bilanzen für ihre Pensionsverpflichtungen zu bilden, haben sie zur Deckung der Rentenpläne Vermögenswerte wie Immobilien und Wertpapiere in Treuhandgesellschaften oder Pensionsfonds ausgelagert.

Wegen des Kursverfalls an den Aktienbörsen werden diese ausgelagerten Vermögen am Ende des Jahres um 20 Mrd. bis 30 Mrd. Euro weniger wert sein, schätzt Thomas Jasper Partner der Unternehmensberatung Rauser Towers Perrin (RTP). Die Pensionsvermögen der im Dax und im MDax gelisteten Firmen dürfte somit bis zum Jahresende auf 130 Mrd. bis 125 Mrd. Euro abgeschmolzen sein. Damit vergrößert sich die ohnehin bestehende Lücke zu den Pensionsverpflichtungen.

Erste Jahresabschlüsse bestätigen den Trend. Beispiel Siemens: Der Münchener Weltkonzern hat vor Jahren als einer der ersten in Deutschland Gelder zur Finanzierung der Betriebsrenten ausgelagert. Die Renditen aus dem Vermögen des Siemens Pension Trust e.V. seien aufgrund der Turbulenzen an den weltweiten Aktienmärkten "rapide gefallen", schreibt Siemens im jüngsten Quartalsbericht. Demzufolge stehen weniger Mittel zur Deckung der Pensionspläne zur Verfügung. Diese Deckungslücke habe sich im Laufe des am 30. September endenden Geschäftsjahres 2008 auf 2,5 Mrd. Euro mehr als verdoppelt, heißt es. Vor einem Jahr betrug die Lücke eine Mrd. Euro. Ähnlich wie Siemens nutzen zahlreiche Großkonzerne das sogenannte Contractual Trust Arrangement (CTA), etwa BASF, Eon und Henkel.

Angelsächsischen Ratingagenturen hatten in der Vergangenheit bezweifelt, dass deutsche Betriebe ihre Renten jeweils aus dem laufenden Ergebnis zahlen können und auf Auslagerung gedrängt. Zudem verkürzen ausgesonderte Pensionsvermögen eine nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften IFRS oder den amerikanischen Bilanzregeln US-Gaap aufgestellte Bilanz. Dadurch steigt die ausgewiesene Eigenkapitalquote - was Pluspunkte bei den Analysten bringt. Das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz eröffnet ab dem Jahr 2009 auch in deutschen HGB-Bilanzen das Saldieren von Pensionsvermögen und-rückstellungen.

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