Betriebsstillegung
Cerberus gibt Chrysler lange Sommerferien

Der US-Autokonzern Chrysler wird im Sommer für zwei Wochen sein gesamtes Unternehmen stilllegen. Damit solle der Plan zur Sanierung und Transformation beschleunigt werden, teilte Chrysler-Konzernchef Robert Nardelli in einer internen E-Mail mit.

NEW YORK. Der ungewöhnliche Schritt sieht vor, dass in der zweiten und dritten Juli-Woche 2008 nicht nur Fabrikarbeiter von Chrysler, sondern auch Angestellte eine zweiwöchige Auszeit nehmen. Dennis Virag von der Beratungsfirma Automotive Consulting sprach von einer "drastischen Maßnahme zur Kostensenkung".

Branchenexperten verweisen darauf, dass Chrysler seinen Sparkurs seit der Mehrheitsübernahme durch den US-Finanzinvestor Cerberus deutlich verschärft habe und penibel auf den Cash-Flow achte. Knapp 20 Prozent der Chrysler-Anteile liegen noch bei der früheren Konzernmutter Daimler.

Im November 2007 hatte der mit Milliardenverlusten kämpfende US-Autokonzern den weiteren Abbau von mehr als 12 000 Arbeitsplätzen angekündigt, um der Krise Herr zu werden. Neben Chrysler kämpfen auch die Rivalen General Motors und Ford mit Kostennachteilen und einbrechenden Umsätzen. Die Talfahrt bei den Autoverkäufen hat sich seit Jahresbeginn im Zuge des scharfen Konjunkturabschwungs in den USA noch einmal beschleunigt.

Um die Stellen wie geplant abbauen zu können, muss Chrysler allerdings hohe Abfindungsprämien anbieten. Nach Ansicht der Autogewerkschaft UAW werden weniger als die vom Konzern angestrebten 10 000 Mitarbeiter das bisher vorliegende Abfindungsangebot annehmen. Dazu sei die Lage der US-Wirtschaft einfach zu unsicher, sagte UAW-Vizepräsident General Holyfield.

Matthias Eberle
Matthias Eberle
Handelsblatt / Ressortleiter Ausland
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