Betrugssoftware bei Audi
US-Umweltbehörde droht Autobauern mit weiteren Strafen

Hat die VW-Tochter Audi bei der Messung des Treibhausgases CO2 geschummelt? Nun reagiert die kalifornische Umweltbehörde Carb. Und der frühere VW-Chef hat möglicherweise bald einen Termin.

San Francisco/PaderbornDer VW-Konzern hat weiter mit dem Abgasskandal zu kämpfen. Die kalifornische Umweltbehörde Carb droht nach neuen Vorwürfen gegen die Volkswagen-Tochter Audi mit weiteren Strafen für Abgasbetrüger in der Autobranche. Wenn sie neue Betrugssoftware entdecke, werde die Behörde die Untersuchung „aggressiv vorantreiben“, teilte Carb in der Nacht auf Dienstag auf Anfrage zu den Anschuldigungen gegen Audi mit.

Bei Regelverstößen werde man Herstellern Umrüstungen auf deren Kosten vorschreiben, zusätzlich könnten im Rahmen der US-Gesetze Strafen verhängt werden, teilte Carb mit. Weder Audi noch VW wollte sich dazu äußern.

Zuvor hatte die „Bild am Sonntag“ unter Berufung auf bislang unveröffentlichte Erkenntnisse von Carb berichtet, in einigen Audi-Motoren sei eine Software zur sogenannten Lenkwinkel-Erkennung eingebaut. Mit dem Programm erkenne ein Auto, wenn es auf dem Prüfstand steht und schalte dann in einen „sauberen“ Fahrmodus. Die Vorwürfe sollen sich auf Motoren beziehen, von denen bislang nicht öffentlich bekannt war, dass sie im Fokus von Ermittlern stehen.

Anders als beim Abgas-Skandal von VW steht diesmal nicht der Ausstoß des Schadstoffs Stickoxid im Fokus, sondern angebliche Täuschungen beim schädlichen Klimagas CO2. Nicht nur Dieselwagen sollen betroffen sein, sondern auch Benziner. Carb erklärte, die laufende Untersuchung nicht konkret kommentieren zu können. Die Behörde betonte aber, dass sie auch Verstöße gegen CO2-Vorschriften ernst nehme - sowohl bei Dieselwagen als auch bei Benzinern.

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