Bewegung auf dem Strommarkt
EnBW drängt nach Norden

Der Energiekonzern EnBW will beim deutschen Regionalversorger EWE einsteigen. Damit würde sich ein neuer Block auf dem Strommarkt formieren. Doch auch die französische Gaz de France zeigt Interesse.

DÜSSELDORF. Auf dem deutschen Energiemarkt formiert sich eine neue starke Allianz: Der größte deutsche Regionalversorger EWE wird am kommenden Donnerstag über den Einstieg eines strategischen Partners beraten und vermutlich auch eine Entscheidung fällen. Als Favorit gilt Energie Baden-Württemberg (EnBW), wie das Handelsblatt aus mit der Transaktion vertrauten Kreisen erfuhr. Damit würde sich die Nummer drei mit der Nummer fünf verbünden. Dem Aufsichtsrat liegt aber auch noch ein lukratives Angebot vom französischen Branchenriesen Gaz de France (GDF) vor, der auch in Deutschland in die Spitzengruppe aufsteigen will. "Noch ist nichts beschlossen, wir streben für Donnerstag aber eine Entscheidung an", heißt es aus Kreisen des EWE-Aufsichtsrats.

Die kommunalen Eigentümer, welche EWE mit Sitz im niedersächsischen Oldenburg komplett kontrollieren, haben vor Monaten einen Anteil von 26 Prozent zum Verkauf gestellt. Sie suchen aber ausdrücklich einen strategischen Partner, um auf allen Stufen von der Stromproduktion und der Gasbeschaffung bis zum Vertrieb zu kooperieren. Mit einem Umsatz von fünf Mrd. Euro und 1,8 Millionen Strom- und Gaskunden führt EWE die zweite Reihe der deutschen Versorger hinter Eon, RWE, EnBW und Vattenfall Europe an. Der Wert des zum Verkauf stehenden Aktienpakets wird in der Branche auf über zwei Mrd. Euro geschätzt.

"Wir sind guter Hoffnung", heißt es bei EnBW. Das Unternehmen will offiziell zwar keinen Kommentar abgeben, soll in den vergangenen Wochen aber sein Gebot aufgestockt und GDF überboten haben. Vor allem kann EnBW damit werben, dass es neben Électricité de France (EDF) als schlagkräftigem strategischem Investor wie EWE auch kommunale Aktionäre hat. Am Donnerstag treffen sich nicht nur die Eigentümer von EWE, sondern auch die Aufsichtsräte von EnBW - wenn auch zu einer regulären Sitzung.

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