BHI schasst Vorstandschef
Kulmbacher Brauerei ratzfatz auf Linie gebracht

Der Wechsel ist vollzogen. Gut eine Woche nach der Übernahme des Aufsichtsrats hört nun auch der Vorstand der Kulmbacher Brauerei auf die Münchner Brau Holding International (BHI). Der Mehrheitsaktionär hat gleich zwei Vorstandsmitglieder ersetzt - einer davon ist Chef Jürgen Brinkmann.

HB KULMBACH. Es war wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis die Münchner Brau Holding (BHI) International als Mehrheitsaktionär der Kulmbacher Brauerei das Führungspersonal auswechseln würde. Schließlich hatte BHI, die 63,5 Prozent der Anteile an dem Unternehmen hält, den Vorstand auf der Hauptversammlung am 28. Mai erst scharf kritisiert und ihm dann die Entlastung verweigert.

Nun herrscht Klarheit, zwei von drei Vorstandsmitgliedern müssen gehen. Nachfolger von Vorstandschef Jürgen Brinkmann werde der bisherige technische Geschäftsführer der Sternquellbrauerei Plauen, Peter Pöschel. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Technik-Vorstand Stephan Gimpel-Hennig wird durch den Geschäftsführer der Brauholding International (BHI), Hans P. van Zon, ersetzt.

Vor allem Brinkmann war BHI offenbar ein Dorn im Auge. Er war zuletzt auf der Hauptversammlung vom Chefjustitiar der Münchner Schörghuber Gruppe, die an der BHI beteiligt ist, scharf angegriffen worden - für eine schlechte Ertragslage, hohe Abschreibungen und die Übernahme der Würzburger Hofbräu AG. Diese war damals mit 360 000 Hektolitern die führende Brauereigruppe Unterfrankens. Der Gewinn der Kulmbacher Gruppe war im Jahr 2007 allerdings deutlich gesunken - was nach Unternehmensangaben an gestiegenen Rohstoffpreisen und des harten Preiswettbewerbs bei Getränken gelegen haben soll - maßgeblich auch mit der Würzburger Hofbräu zu tun hatte.

Deren Neuordnung hatte nämlich zu außerplanmäßigen Abschreibungen von 10,6 Millionen Euro geführt. Der Vorstandschef Brinkmann bezeichnete die vollständige Abschreibung des Firmenwerts der Würzburger Hofbräu noch als einmalige Angelegenheit. Im Rahmen der Konsolidierung seien dort unrentable Geschäfte konsequent aussortiert und das Sortiment stark bereinigt worden.

Aber auch die übrige Bilanz sah nicht gut aus: Der Umsatz war um 5,3 Millionen Euro auf 228,7 Millionen Euro abgesackt. Und der Jahresüberschuss des Unternehmens gar auf nur noch 200 000 Euro eingebrochen. Im Jahr zuvor waren es noch 4,9 Millionen Euro gewesen. Besonders bitter: Der gesamte Getränkeabsatz der Gruppe war um 2,7 Prozent auf 3,6 Millionen Hektoliter gesunken und der Bierabsatz sogar um 4,4 Prozent auf 2,4 Millionen Hektoliter zurückgegangen.

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