BHP Billiton ist der größte Bergbaukonzern der Welt mit dem breitesten Produktangebot. Neben dem klassischen Minengeschäft hat er eine Ölsparte aufgebaut, die nach Schätzung von Lehman-Brothers-Analyst Christopher La Femina allein 32 Mrd. Dollar wert ist. Rio Tinto, ebenfalls ein britisch-australischer Konzern, verfolgt eine ähnliche Strategie: eine breite Diversifizierung im Rohstoffsektor bei Konzentration auf große, hochprofitable Minen. Zuletzt kaufte er den kanadischen Aluminiumhersteller Alcan für 38 Mrd. Dollar.
Der Rohstoffboom hat beiden Konzernen die Kassen gefüllt. Sie verdienen mit fast allen ihren Produkten Gewinnspannen vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 50 Prozent und mehr. Trotz hoher Cash-Flows entschloss sich BHP, einen reinen Aktientausch anzubieten: drei BHP-Aktien je Rio-Tinto-Aktie. Das bewertet Rio Tinto aktuell mit rund 140 Mrd. Dollar. Das entspricht gut dem Elffachen des Ebitda für 2006 – im Branchenmaßstab kein hoher Wert.
Dass BHP diese Variante einem Barangebot vorziehe, habe nichts mit der Krise an den Kreditmärkten zu tun, hieß es in Konzernkreisen. Vielmehr wolle man den Rio-Aktionären die Chance geben, weiterhin am Rohstoff-Boom teilzuhaben.
Lesen Sie weiter auf Seite 3: Preissprung bis zu 50 Prozent erwartet

