BHP Billiton
Flaute erwischt weltgrößten Rohstoff-Konzern

Die schwache Konjunktur drückt die Rohstoffpreise. Das beschert dem Bergbau-Giganten BHP Billiton einen Gewinnrückgang um ein Drittel. Nun legt der Konzern den Ausbau von Minenprojekten in Milliardenhöhe auf Eis.
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Melbourne/DüsseldorfDer Bergbaukonzern BHP Billiton hat wegen des ausgebremsten Wirtschaftswachstums in China einen Gewinneinbruch erlitten. Zudem stoppt der Minenkonzern im kommenden Geschäftsjahr 2013 Großprojekte im Gesamtvolumen von 68 Milliarden Dollar. Im laufenden Geschäftsjahr bis Ende Juni sei der Gewinn um mehr als ein Drittel auf 15,4 Milliarden Dollar abgesackt, teilte der weltgrößte Minenbetreiber am Mittwoch mit.

Höhere Kosten und niedrigere Rohstoffpreise ließen das Jahresergebnis erstmals seit drei Jahren zurückgehen. Mit Blick auf das schwierige Marktumfeld verschob der Bergbauriese seine geplante 20 Milliarden Dollar schwere Expansion der Kupfer- und Uranabbaustätte Olympic Dam.

Im zweiten Geschäftshalbjahr bis Ende Juni brach der BHP Gewinn um 58 Prozent auf 5,5 Milliarden Dollar ein. Die abgeschwächte Nachfrage in China bekam der australisch-britische Konzern vor allem in seinem größten Geschäftszweig Eisenerz zu spüren. Das Material kommt vor allem bei der Stahlproduktion zum Einsatz.

Der Bauboom und der Aufbau der Infrastruktur im Reich der Mitte trieben über Jahre den Bedarf an Eisenerz, Nickel oder Zink sowie an Energieträgern wie Kohle und Öl. Konzerne wie Experten hatten mit einer anhaltenden Nachfrage und damit dauerhaft steigenden Rohstoffpreisen gerechnet.

Jetzt steuert BHP Billiton gegen den sich abzeichnenden Abschwung. Geplant sei nun eine weniger kapitalintensive Alternative zu finden, um den Tiefabbau beim Bergbaukomplex Olympic Dam zu ersetzen, sagte BHP-Chef Marius Kloppers. Der Konzern rechnet damit, dass sich die Preisschwankungen auf den Rohstoffmärkten auch in nächster Zeit fortsetzen. Die bereits bewilligten Ausgaben im Wert von 22 Milliarden Dollar für laufende Vorhaben würden ohne Änderungen investiert.

BHP müsse einen frischen Blick auf den Ausbau von Olympic Dam werfen, sagte Firmenchef Marius Kloppers. "Es hat eine Reihe von Veränderungen gegeben, aber das Wichtigste ist, dass die Kosten nach oben gegangen sind, was ein branchenübergreifendes Phänomen ist." Angesichts des Rückgangs der Kupferpreise um 25 Prozent erscheinen die Investitionen derzeit unwirtschaftlich. Eine Entscheidung, wie es mit Olympic Dam weitergeht, soll Mitte Dezember fallen.

Der weltgrößte Eisenerz-Produzent, der brasilianische Rivale Vale, hatte im vergangenen Monat sein schlechtestes Ergebnis seit zwei Jahren vorgelegt. Auch das drittgrößte Bergbau-Unternehmen der Welt, Rio Tinto, erlitt im ersten Halbjahr einen Gewinnrückgang um 22 Prozent. Einen Gewinnrückgang erlitt auch der Schweizer Bergbaukonzern Xstrata. Der Nettogewinn der Schweizer sank auf 1,9 Milliarden Dollar – eine Milliarde weniger als im Vorjahr.

Die Aktien von BHP Billiton fielen im Londoner Handel zeitweilig um 1,6 Prozent. „Die Zahlen lagen im Rahmen der Erwartungen“, sagt Analyst Hayden Bairstow von der Investmentbank CLSA. „Die Absage des Olympic Dam-Projektes ist wohl eine gute Nachricht, da der Markt etwas Derartiges erwartet hat.“

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Konzernchef verzichtet auf den Bonus

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  • Wieviel Milliarden $ Gewinn machen die noch ????
    Und dann wird rumgejammert, was das doch für miese Zeiten sind. Da gibts nur eines: Die Shareholder fett verwöhnen und gleichzeitig kräftig Personal abbauen. Wenn noch was übrig ist kann man dann auch gleich die Managementgehälter exorbitant erhöhen -- Funktioniert doch bestens.

  • So anständig wie es sich anhört, dass der Chef auf seinen Bonus verzichtet. Ich halte es auch für richtig. Das hätte ich mir bei sämtlichen Bänkern auch gewünscht.
    Wie kann es aber sein, dass ihm überhaupt ein Bonus zusteht? Wenn die Chefetage unabhängig vom Erfolg des Unternehmens einen Bonus erhält, müsste man es dann nicht ehrlicherweise Grundgehalt mit Sonderzahlungszeitpunkt nennen?

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