Bielefelder Lebensmittelriese nutzt Konsolidierung in der Milchwirtschaft
Oetker wird mit Onken zur Großmacht im Kühlregal

Das Bundeskartellamt hat die Übernahme der Privatmolkerei Onken durch die Bielefelder Oetker-Gruppe endgültig genehmigt. Dies gab Konzernchef August Oetker gestern auf der Bilanzpressekonferenz seines Unternehmens in Bielefeld bekannt.

ire BIELEFELD. Durch diese Akquisition ist die Oetker-Gruppe in der Rangfolge der deutschen Hersteller von Molkereiprodukten von Platz 48 auf Platz 19 vorgerückt. Gemeinsam mit Onken erlöst Oetker jetzt mit seinen Milchprodukten mehr als 300 Mill. Euro im Jahr.

„Das heißt aber nicht, dass wir zu Müllermilch aufrücken wollen“, sagte Konzernchef Oetker. Die Molkerei Alois Müller ist mit einem Jahresumsatz von 1,8 Mrd. Euro Deutschlands größte Privatmolkerei. Oetkers Strategie zielt vielmehr darauf ab, die Position mit Spezialitäten wie Puddingdesserts, Quark-, Joghurt- und Creme-fraiche-Produkten weiter auszubauen. „Wir wollen uns auf keinen Fall im Massenmarkt mit Milch und Butter engagieren“, sagte Oetker dem Handelsblatt. Die Marke Onken soll weiterbestehen, fügte Oetker hinzu. Durch die Übernahme von Onken ist Oetker mit seinen Desserts nun auch auf dem britischen, dem polnischen und dem russischen Markt vertreten.

Insgesamt machte die Oetker-Gruppe im vergangenen Jahr fast 70 Prozent ihres Gesamtumsatzes von 5,1 Mrd. Euro im Ausland. Gegenüber dem Vorjahr nahm der Gruppenumsatz unter anderem wegen negativer Währungseffekte um 0,5 Prozent ab. 53 Prozent des Umsatzes steuerte die Konsumgütersparte mit Nahrungsmitteln, Bier (Radeberger, DAB, Binding), Sekt (Henkell & Söhnlein) und Spirituosen (Wodka Gorbatschow) bei, während die Schifffahrt (Hamburg Süd) auf einen Anteil von 38,3 Prozent am Umsatz kam. In dieser Sparte machte sich im vergangenen Jahr der schwache Dollar am stärksten bemerkbar. Auf insgesamt 420 Mill. Euro beziffert die Oetker-Gruppe die negativen Währungseffekte im Geschäftsjahr 2003.

Trotzdem bezeichnet Konzernchef Oetker, der das genaue Jahresergebnis traditionell nicht bekannt gibt, die Ertragslage als „erfreulich“. Finanzchef Ernst F. Schröder verweist auf einen Cash-Flow von mehr als 450 Mill. Euro und rund 150 Mill. Euro, die zur Erhöhung der Rücklagen verwendet wurden. Die Eigenkapitalquote liegt dementsprechend bei 33 Prozent.

2004 erwartet Oetker für die Reedereigruppe im Südamerika-Verkehr ein verstärktes Ladungswachstum mit besseren Frachtraten. Zur Vergrößerung seiner Flotte kaufte Oetker im laufenden Jahr bereits für 250 Mill. Euro vier baugleiche Containerschiffe. Die Gesamtinvestitionen der Oetker-Gruppe beliefen sich im vergangenen Jahr auf 369 Mill. Euro und sollen auch in diesem Jahr nicht unter diese Marke rutschen.

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