Bien-Zenker und Kampa
Fertighäuser bauen Marktanteil aus

Das Fertighaus wird immer beliebter. Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Fertigbau (BDF), begründet den Trend zum Fertighaus mit der steigenden Nachfrage nach Energiesparhäusern, die sich in Holzbauweise besonders günstig verwirklichen ließen.

DÜSSELDORF. Das Fertighaus gewinnt gegenüber konventionellen Bauweisen wie Ziegeln oder Kalksandstein ein immer größeres Stück vom Kuchen des Eigenheimmarktes. Bundesweit sei der Anteil von Fertighäusern an allen Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser im vergangenen Jahr von 13 Prozent im Vorjahr auf 14,1 Prozent gestiegen, sagt jedenfalls Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Fertigbau (BDF). Insgesamt wurden 2005 in Deutschland 18 830 Eigenheime in Fertigbauweise genehmigt.

Mit Kopfschütteln reagiert darauf aber die Ziegelindustrie. Die Zahlen der Fertigbauer seien nicht nachvollziehbar, sagte ein Konzern-Sprecher des Marktführers Wienerberger aus Österreich. Seit zehn Jahren verbreiteten die Fertigbauer diese Behauptung, dabei sei ihr Marktanteil seit Jahren stabil. Dagegen habe die Ziegelbranche ihren Anteil von 37 Prozent Anfang der 90er Jahre auf inzwischen 43 Prozent gesteigert.

Klaas begründet den Trend zum Fertighaus mit der steigenden Nachfrage nach Energiesparhäusern, die sich in Holzbauweise besonders günstig verwirklichen ließen. In der Rechnung der Bauherren spielten die Betriebskosten eines Hauses neben den eigentlichen Baukosten eine immer größere Rolle. Rund 40 Hersteller kommen in Deutschland auf einen seit Jahren stabilen Umsatz von 1,4 Mrd. Euro. Klaas zeigte sich zufrieden mit der Auftragslage der Branche: Die Unternehmen seien in der Regel gut ausgelastet und blickten zuversichtlich in die Zukunft.

Nach dem ersten Verlustabschluss in der 100-jährigen Firmengeschichte fasst nun offenbar auch die Bien-Zenker AG aus Schlüchtern wieder Fuß. Für das laufende Geschäftsjahr peilt Vorstandschef Erich Weichselbaum einen Umsatz von 155 Mill. Euro nach 145 Mill. Euro im Vorjahr an. Gesteigert werden soll auch der Jahresüberschuss, der 2005 gerade einmal bei 0,1 Mill. Euro lag. Eine genaue Gewinnprognose für 2006 wollte der Vorstand aber auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt nicht wagen. Im Vorjahr erzielte das Unternehmen einen Verlust von 2,6 Mill. Euro. Gesetzt wird aber auf die zumindest mittelfristig wieder erwartete Zunahme im Wohnungsbau und den Trend zu teurer ausgestatteten Häusern. Nach dem Wegfall der Eigenheimzulage habe sich die Nachfrage zu höherwertigen Häusern verschoben.

Bien-Zenker, ein Unternehmen der österreichischen Elk-Gruppe, ist vor allem durch Sparmaßnahmen wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Die Anzahl der Beschäftigten sank von 900 auf 770. Den Verlust im Vorjahr begründete der Vorstand mit der Baukrise, aber auch mit der Fehleinschätzung des Marktes. Bien-Zenker habe zu spät auf die stark zunehmende Nachfrage nach Niedrigenergiehäusern reagiert. Die Aktie war nach der Verlustanzeige Anfang 2004 um fast die Hälfte auf sieben Euro eingebrochen. Inzwischen notiert sie wieder um die 13 Euro.

Belastet vom harten Winter im ersten Quartal zeigt sich die Mindener Kampa AG. Da witterungsbedingt mit 134 Häusern 70 weniger als im Vorjahresquartal fertiggestellt und abgerechnet wurden, ist der Umsatz mit 21,4 Mill. Euro gegenüber 32,7 Mill. Euro deutlich geringer ausgefallen als geplant. Der Fehlbetrag lag in den ersten drei Monaten mit 5,2 Mill. Euro um 1,7 Mill. Euro über dem Vergleichswert des Vorjahres.

Dennoch hält Vorstandschef Elmar Schmidt an der Umsatz- und Ergebnisprognose für das Gesamtjahr fest. Denn der Auftragseingang liegt mit 58 Mill. Euro in den ersten drei Monaten um 74 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Auftragsbestand von 190 Mill. Euro entspreche einer Auslastung von mehr als zehn Monaten, so Schmidt.

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