Bier-Export
Paulaner lockt Chinesen ins Bräuhaus

Deutsche Brauer gehen auf den Exporttrip. Doch nur die großen Konzerne besitzen das nötige Geld, ihr Bier in fernen Ländern zu vermarkten. Das Handelsblatt lud die Chefs deutscher Brauereien zum Round-Table-Gespräch über ihre Strategien.

HAMBURG. „Die meisten deutschen Brauer haben ihre Chancen im Export nicht genutzt. Einige haben sogar gelacht, als Mitbewerber die Entscheidung trafen, im Ausland zu investieren“, beschreibt Warsteiner-Chef Gustavo Möller-Hergt die bisher mangelhaften Exportaktivitäten der Mehrzahl der deutschen Brauereien.

Aber auch ohne einen wirklich bemerkenswerten Beitrag heimischer Brauhäuser wird die deutsche Wirtschaft insgesamt auch im laufenden Jahr den Titel „Exportweltmeister“ erfolgreich verteidigen – und wahrscheinlich sogar noch ausbauen. Doch während 2005 im Schnitt zwei Fünftel aller deutschen Waren und Dienstleistungen ins Ausland gingen, blieb die Exportquote der deutschen Brauwirtschaft mit rund dreizehn Prozent fast lächerlich gering.

Doch über eine Steigerungsrate bei den Bierausfuhren von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr geriet die Geschäftsführung des Deutschen Brauer-Bundes schon fast in Verzückung. Dabei nahmen auch 2005 der Inlandsabsatz und der Pro-Kopf-Verbrauch von Bier in Deutschland weiter ab – wie in den vergangenen zehn Jahren zuvor.

Die Bedeutung der – im Gegensatz zu anderen Branchen – marginalen Exportaktivitäten schwindet weiter, wenn viele deutsche Brauer die Ausfuhr meist zur Entsorgung von Überkapazitäten nutzen. „Wenn man weiß, dass deutsches Bier in Ungarn zeitweise billiger als einheimische Marken angeboten wurde, braucht man sich über die Werthaltigkeit solcher Aktivitäten keine Gedanken mehr zu machen“, sagt Wolfgang Burgard, Vorstandsvorsitzender der Hamburger Holsten-Brauerei, bei einem hochkarätig besetzten Round-Table-Gespräch, zu dem das Handelsblatt und die Hamburg Messe traditionell in die Alsterstadt geladen hatten. Willkommener Anlass war die am kommenden Freitag in Hamburg beginnende Fachmesse Internorga.

Die anwesenden Branchenexperten waren sich allesamt einig, dass deutsches Bier im Ausland einen guten Ruf genießt und selbst den Chinesen inzwischen lieb – und auch teuer ist. Die Münchner Paulaner Brauerei bereitet inzwischen mit insgesamt sechs „Paulaner Bräuhäusern“ ihren sowohl einheimischen als auch ausländischen Gästen in China ein „wholehearted enjoyment“ – ein ganz besonders herzliches Vergnügen.

Die Bierspezialitäten werden jeweils in einer Hausbrauerei direkt vor Ort von einem deutschen Braumeister gemäß deutschem Reinheitsgebot und alter bayerischer Braukunst vor den Augen des Gastes gebraut. Und zum frisch gezapften Bier gibt es die traditionellen bayerischen Gerichte wie Weißwürste oder eine gegrillte Schweinshaxe, an der auch manch gut betuchter Asiate inzwischen gerne knabbert.

Aber eines ist sicher: Bayerische Gemütlichkeit gibt es in Fernost nicht zum deutschen Billigbiertarif. Bei der Preisgestaltung in den Millionenstädten Shanghai, Shenyang und Chengdu ist Paulaner Super-Premium und jeweils im örtlichen Kempinski Hotel beheimatet, zu dem in der Regel auch noch ein „original“ Münchner Biergarten gehört.

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