Bierbrauer: Heineken will 2006 sparen

Bierbrauer
Heineken will 2006 sparen

Der niederländische Heineken-Konzern hat 2005 seinen Gewinn deutlich gesteigert. Im laufenden Jahr dürfte der Überschuss allerdings langsamer wachsen. Der Bierbrauer setzt zur Belebung seines Europa-Geschäfts auf die Fußball-WM und treibt zudem sein Sparprogramm voran.

HB AMSTERDAM. Zwar verdiente der Konzern 2005 vor Sonderposten rund sieben Prozent mehr, was am oberen Ende der Erwartungen von Branchenkennern lag. Doch der Absatz insbesondere in Westeuropa verlief weiter eher schleppend, was das Wachstum in diesem Kernmarkt bremste. Der neue Heineken-Chef Jean-Francois van Boxmeer kündigte am Mittwoch daraufhin Kostensenkungen in allen Regionen bis 2008 von rund 200 Mill. Euro an. Finanzchef Rene Hooft Graafland schloss auch einen Stellenabbau nicht aus. An der Börse stießen die Zahlen und der Ausblick auf positive Resonanz: Die Aktien legten in Amsterdam um mehr als fünf Prozent zu.

„Der Welt-Biermarkt wächst weiter; dabei dürfte das Premium-Segment etwa doppelt so schnell zulegen wie der Gesamtmarkt“, erklärte der weltweit viertgrößte Bierbrauer, der unter anderem auch die Marken Amstel und Tiger produziert. Von diesem Trend werde auch Heineken profitieren. 2005 stieg der Gewinn vor Einmalposten und Markenwert-Abschreibungen um 7,3 Prozent auf 840 Mill. Euro und übertraf damit die eigenen Prognosen. Für 2006 sagte der in Amsterdam ansässige Konzern ein Gewinnwachstum von drei bis sieben Prozent voraus.

Den Umsatz steigerten die Niederländer im vergangenen Jahr um ebenfalls 7,3 Prozent auf 10,8 Mrd. Euro, während Analysten im Schnitt 10,7 Mrd. Euro erwartet hatten. Im laufenden Jahr werde die Fußball-WM den Bierabsatz ankurbeln, erklärte Heineken. Auch für Osteuropa und die USA sagte der Konzern eine Belebung voraus, was am US-Markt unter anderem an der Einführung neuer Biere liege. Die USA und Westeuropa machen zusammen noch immer knapp zwei Drittel des Konzernumsatzes aus.

Die angekündigten Einsparungen beinhalten 65 Mill. Euro, die schon in einem früheren Plan enthalten waren. Heineken wolle unter anderem bei Zulieferern und im Vertrieb Kosten senken, sagte Konzernchef van Boxmeer bei einer Analystenkonferenz. Während er eine Stellungnahme zu möglichen Job-Kürzungen ablehnte, wurde Finanzchef Hooft Graafland später deutlicher: „Man kann keine 200 Mill. Euro sparen, ohne dabei auch die Zahl der Mitarbeiter anzutasten - daher wird dies natürlich ein Element des Programms sein und zwar ein wichtiges Element.“

Analysten sagten, die ersten Sparmaßnahmen der vergangenen Monate begännen bereits zu greifen. „Die Heineken-Marke wächst allmählich wieder - und zwar in der zweiten Jahreshälfte fast doppelt so stark wie in der ersten“, sagte Richard Withagen vom Broker SNS Securities.

Heineken ist in den vergangenen Jahren von Inbev und SABMiller überholt worden, die vor allem mit Mega-Übernahmen kräftig gewachsen sind. Van Boxmeer betonte am Mittwoch, Heineken strebe nicht um jeden Preis eine große Übernahme an. „Wir wollen in der Regel, wenn wir einen Markt betreten, dort auch Nummer Eins oder Zwei sein“, sagte er. Zuletzt war das Unternehmen an den boomenden Bier-Märkten Russland und China mit kleineren Zukäufen gewachen. „Die Investitionen in China sind im Vergleich zum Rest der Welt aber eher moderat, was an der unbewiesenen Rentabilität dieses Marktes liegt“, sagte Finanzchef Hooft Graafland.

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