Bierbrauer Inbev stärkt Diebels
Beck's bald auch vom Niederrhein

dpa-afx ISSUM/BREMEN. Der weltgrößte Braukonzern Inbev stärkt seine Tochter Diebels und lässt künftig Beck's Pils auch am Niederrhein brauen. "Wir platzen in Bremen zu Spitzenzeiten aus allen Nähten", sagte ein Sprecher von Inbev Deutschland am Montag in Issum. Der Absatz der Flaggschiffmarke von Inbev wachse im laufenden Jahr zweistellig. Deshalb würden freie Kapazitäten bei Diebels genutzt, um die gestiegene Nachfrage zu decken. Die Brauerei Diebels ist die zweite Braustätte in Deutschland nach Bremen, in der nun Beck's Pils gebraut wird. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass Inbev die Marke Beck's mittelfristig auch in München (Spaten-Franziskaner) für den Export nach Italien brauen wird.

Bundesweit verfügt Inbev gegenwärtig über acht Braustätten, in den rund 20 zumeist regionale Biermarken hergestellt werden. Neben Beck's ragen Hasseröder und Franziskaner aus dem deutschen Sortiment heraus. Von der Mauritius Brauerei in Zwickau wird sich der Inbev-Konzern zum Jahresende trennen, bestätigte Inbev-Deutschland-Chef Alain Beyens. Die Braustätte werde von den Geschäftsführern vor Ort übernommen. Die anderen Brauereien in Deutschland stünden nicht zur Disposition.

Mit der Übernahme von Diebels betrat der belgische Konzern 2001 den deutschen Markt. Diebels ist der Marktführer im schrumpfenden Altbiermarkt. Angesichts jahrelanger Absatzrückgänge tauchten wiederholt Spekulationen auf, dass sich Inbev von Diebels trennen oder den Betrieb einstellen könnte. Der Ausstoß von Diebels wird auf etwa eine Million Hektoliter geschätzt. Das Unternehmen nennt selbst keine Zahlen. Mit Diebels Pils sei dem niederrheinischen Betrieb die erfolgreichste Neueinführung auf dem Biermarkt in NRW 2005 gelungen, betonte der Marketing-Chef von Inbev Deutschland, Andreas Hilger.

Inbev ist mit rund zwölf Mill. Hektolitern (2004) Ausstoß der zweitgrößte Bierhersteller in Deutschland nach der Oetker-Gruppe (Radeberger, Jever) und hat bundesweit gut 4 100 Mitarbeiter. Pläne für Stellenabbau gebe es nicht, aber die Kosten stünden weiter auf dem Prüfstand, sagte Beyens. Inbev schließe weitere Übernahmen in Deutschland nicht aus.

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