Bierbrauer: Limonade beschert Krombacher neuen Rekord

Bierbrauer
Limonade beschert Krombacher neuen Rekord

Deutschlands Brauer haben ein Problem: Der Bierkonsum sinkt kontinuierlich. Auch Pils-Marktführer Krombacher setzt deshalb verstärkt auf alkoholfreie Getränke und hofft auf einen heißen Fußball-Sommer.
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Düsseldorf„In jeder Sekunde werden in Deutschland 80 0,2-Gläser Krombacher getrunken“, verkündete Marketing-Geschäftsführer Uwe Riehs am Dienstag im Düsseldorfer Industrie-Club stolz. In der Tat eine beeindruckende Zahl, sie ändert aber nichts an den Fakten. Mit Bier allein können sich die deutschen Brauer immer weniger behaupten. Auch Deutschlands Pilshersteller Nummer 1 kann sich dem Trend nicht entziehen. Die Privatbrauerei Krombacher legte jetzt ihre Zahlen für 2011 vor.

Der Gesamtausstoß stieg im vergangenen Jahr zwar um 35.000 Hektoliter auf den Rekordwert von 6,428 Millionen und damit um 0,5 Prozent (2010: 6,393 Mio. hl). Das geringe Wachstum verdankt der Premium-Brauer aus dem Siegerland indes vor allem seinen alkoholfreien Marken wie Schweppes, Orangina und Dr. Pepper. Dieser Bereich trug 5,1 Prozent zum Gesamtwachstum bei. Der Ausstoß erhöhte sich um 40.000 auf insgesamt 820.000 Hektoliter.

Die Dachmarke Krombacher, zu der neben Pils auch Radler und Weizen zählen, stagnierte mit einem minimalen Plus von 0,2 Prozent (insgesamt 5,3 Millionen Hektoliter). Marketing-Experte Riehs zeigte sich dennoch zufrieden: „Wir sind in einem schwierigen Marktumfeld gewachsen, unsere nachhaltige Strategie zeigt Erfolg.“ Der Gesamtumsatz der Krombacher Gruppe erhöhte sich um 0,4 Prozent (2,6 Millionen Euro) und lag zum Jahresende bei 649,8 Millionen Euro. Zahlen zum Gewinn nennt das Unternehmen traditionell nicht.

Die deutschen Brauer kämpfen seit Jahren mit Strukturproblemen. International haben sie den Anschluss längst verloren. Dort dominieren Branchenriesen wie Anheuser-Bush Inbev (Jahresproduktion 359 Millionen Hektoliter) und SABMiller (172 Millionen). Und auf dem heimischen Markt finden die klassischen Bier-Produkte immer weniger Zuspruch. Demografischer Wandel und neue Trinkgewohnheiten verringern den Konsum.

Immerhin: Im vergangenen Jahr, so die Prognose des Deutschen Brauer-Bundes, verharrte der Biermarkt trotz des schlechten Wetters weitgehend auf dem Niveau von 2010, als der heiße Sommer und die Fußball-WM in Südafrika für mehr Durst bei den Bürgern sorgten. Der Gesamtausstoß lag bei 95 Millionen Hektolitern in Deutschland, der Pro-Kopf-Verbrauch bei durchschnittlich 107 Litern. Zahlreiche Rabatt- und Promotion-Aktionen des Getränkehandels dürften die Zahlen konstant gehalten haben.

In der vergangenen Woche hatten auch die Krombacher-Konkurrenten Veltins und Warsteiner ihre Zahlen vorgelegt. Während Veltins mit 2,69 Millionen Hektolitern ein Plus von 4,2 Prozent gegenüber 2010 und eine Umsatzsteigerung von 4,5 Prozent auf 268 Millionen Euro verzeichnete, musste Warsteiner durch den Verkauf des Argentinien-Geschäfts ein Umsatzminus von 563 auf 522 Millionen Euro hinnehmen. Von der Hauptmarke Warsteiner wurden 2,3 Prozent weniger verkauft, die alkoholfreie Variante der Sauerländer hingegen – kräftig beworben durch die Klitschko-Brüder - wuchs um beachtliche 45 Prozent.

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