Biermarkt in Bewegung
Oetker pirscht sich an Heineken heran

Der Konzentrationsprozess auf dem deutschen Biermarkt geht in eine neue Runde. Der Bielefelder Oetker-Konzern wirbt dabei immer offensiver um die Minderheitsbeteiligung, die der niederländische Brauriese Heineken an der Biersparte der Münchner Schörghuber-Gruppe hält.

BERLIN. Die Ostwestfalen galten bisher als strikte Gegner von Minderheitsengagements. Aber Oetkers Biersparten-Chef Ulrich Kallmeyer sagte dem Handelsblatt, man müsse in dieser Frage „flexibel sein“. „Wir halten unser Akquisitionsportemonnaie offen“, hatte Kallmeyer zuvor schon während der „Sommertage Getränkewirtschaft“ in Berlin angekündigt. Vor mehr als 500 Branchenvertretern aus Getränkeindustrie und -handel verwies Kallmeyer auf die mit einer Mrd. Euro gut gefüllte Kasse von Oetker. Mit der Übernahme der Dortmunder Brau und Brunnen AG habe man das Gesellenstück abgeliefert, nun sei das Meisterstück an der Reihe, sagte Kallmeyer. 2004 hatte Oetker den Getränkekonzern für rund 330 Mill. Euro plus der Übernahme von Pensionsverpflichtungen in Höhe von etwa 200 Mill. Euro erworben.

Die Radeberger-Gruppe, derzeit nach Inbev Deutschland (Marken: Beck’s, Hasseröder, Diebels) mit rund 15 Prozent Marktanteil, und Marken wie Jever, Clausthaler und Schöfferhofer die Nummer zwei auf dem deutschen Biermarkt, soll nach dem Willen der Bielefelder Konzernherren bis 2010 auf einen Anteil von „20 Prozent plus“ kommen.

Die Branche rätselt: Wie will Kallmeyer tatsächlich einen nennenswerten Zuwachs erreichen? Denn alle in Frage kommenden Objekte der Begierde von entsprechendem Format wie Warsteiner, Veltins oder Krombacher haben jegliche Verkaufsabsichten energisch dementiert.

Zwar gibt Kallmeyer keinerlei Auskunft über seine Kandidatenliste. Doch wird er immer wieder mit der Beteiligung von 49,9 Prozent in Verbindung gebracht, die Heineken an der Brau Holding International (BHI) mit den Marken Paulaner und Kulmbacher hält. Denn in München kriselt es seit geraumer Zeit.

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