Bietergefecht auf der Zielgeraden
Siemens verbessert Alstom-Angebot

Bis Montag soll sich Alstoms Verwaltungsrat zwischen Siemens und GE entscheiden. Der US-Konzern verbessert auf den letzten Drücker noch mal sein Angebot - und Siemens zieht am Freitagmorgen nach.
  • 1

Viele Runden sind nicht mehr zu gehen im Kampf zwischen Siemens und GE. Der Verwaltungsrat des umworbenen französischen Mischkonzerns Alstom soll sich bis Montag entscheiden. Und Siemens und Mitsubishi Heavy Industries (MHI) haben ihr Angebot auf den letzten Drücker angehoben.

„Im Ergebnis erhöht sich der Bar-Anteil der Offerte um 1,2 Milliarden Euro auf 8,2 Milliarden Euro, während die Gesamtbewertung des Energiegeschäfts von Alstom um 400 Millionen Euro auf insgesamt 14,6 Milliarden Euro steigt“, teilten die beiden Konzerne mit. Sie buhlen gemeinsam um Alstom und konkurrieren dabei mit dem US-Konzern General Electric.

Dessen Chef Jeff Immelt war persönlich nach Paris geflogen und verhandelte am Donnerstag unter anderem mit Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg. Danach stand noch eine Besprechung mit Vertretern von Gewerkschaften an. Am Spätnachmittag stellte er sich im Sitz von General Electric Frankreich den Fragen der Journalisten.

Kaum waren die mit der Immelt-typischen Mischung aus wenigen Worten und humorigem Beiwerk abgefüttert, kam ein braungebrannter Herr mit locker über der Schulter baumelnder Tasche über den Hof geschlendert: Patrick Kron, der Chef von Alstom. Also der Mann, der den ursprünglichen Deal mit Immelt eingefädelt hatte, den die Regierung auf den letzten Metern stoppte. Kron war es sichtlich unangenehm, drei Journalisten in die Arme zu laufen. „Bin sehr beschäftig“, nuschelte er, quetschte sein Handy ans Ohr und verzog sich durch einen Nebeneingang.

Auf der anschließenden Pressekonferenz sagte Immelt das, was längst die Spatzen von den Dächern pfiffen: GE hat das Angebot für Alstoms Energiesparte aufgebessert – was Siemens und MHI nicht auf sich sitzen lassen. Für GE bleibt es zwar bei der Bewertung von Alstom mit 12,35 Milliarden Euro. Aber GE sicherte die Schaffung von 1000 Arbeitsplätzen zu sowie den Verbleib einer starken Geschäftsführung im Land: „Wir haben Vereinbarungen mit Alstoms Management getroffen, die eine Allianz zwischen unseren beiden Unternehmen sowohl im Geiste als auch in der Praxis schaffen werden“, erklärte Immelt.

Kommentare zu " Bietergefecht auf der Zielgeraden: Siemens verbessert Alstom-Angebot"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Mensch Siemens-Chef Joe Kaeser überlege es Dir noch einmal. Du stößt jetzt schon auf erhebliche Widerstände in Paris. Laß´ sich doch GE die Finger an diesem "heißen" Unternehmen Alstom verbrennen und setzt Euer Geld sinnvoller ein.

    Das Ganze wird obendrein noch von der Politik "begleitet", obwohl diese geistigen Tiefflieger wie Hollande & Co. nun von Wirtschaft so gut wie keinen blaßen Schimmer haben.

    Ich mach´ ne Flasche Champagner auf, wenn Siemens / Mitsubishi nicht "zum Alstom-Zug" kommen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%