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Bieterkampf: Kabel Deutschland sucht Anschluss

Der Eigentümer Providence plant den Ausstieg bei Kabel Deutschland - und inszeniert dafür einen groß angelegten Bieterkampf. Das amerikanische Private-Equity-Haus wolle Deutschlands größten Kabelkonzern so schnell wie möglich verkaufen, hieß es gestern in Finanzkreisen.

von R. Landgraf, H. Nagl und H.-P. Siebenhaar
Wann ziehen die neuen Eitgentümer ein? Zentrale von Kabel Deutschland. Quelle: dpa
Wann ziehen die neuen Eitgentümer ein? Zentrale von Kabel Deutschland. Quelle: dpa

FRANKIFURT, DÜSSELDORF. Der Finanzinvestor Providence inszeniert eine Bieterschlacht um Kabel Deutschland (KDG). Das amerikanische Private-Equity-Haus wolle Deutschlands größten Kabelkonzern so schnell wie möglich verkaufen, hieß es gestern in Finanzkreisen. Die Liste der Interessenten ist demnach lang: Neben den Finanzinvestoren KKR, Bain, TPG, CVC, Apax, Cinven, BC Partners und Apollo prüften auch der Telekomkonzern Vodafone und der Medienunternehmer John Malone eine Übernahme.

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In Finanzkreisen gilt es als sehr wahrscheinlich, dass sich mindestens zwei Finanzinvestoren zu einem Bieterkonsortium zusammenschließen. Alleine könnten sie den im Raum stehenden Kaufpreis von rund fünf Mrd. Euro nicht stemmen. Dieser würde dem Achtfachen des letzten Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von KDG entsprechen.

Bereits seit Monaten gibt es Marktspekulationen über einen Verkauf des deutschen Branchenprimus. Parallel bereitet Eigentümer Providence einen Börsengang für dieses Jahr vor. "Der IPO scheint mehr die Notlösung zu sein", hieß es in Finanzkreisen. KDG wollte sich nicht äußern, Providence war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Geschickte PR soll den Preis treiben

In der Branche wird das Gefeilsche um KDG aufmerksam verfolgt. "Durch geschickte PR wird derzeit versucht, den Preis nach oben zu treiben", sagte Hans-Peter Labonte, Vize-Vorsitzender des Fachverbands Rundfunkempfang- und Kabelanlagen. Providence geht im Fall KDG vor wie die beiden Finanzinvestoren Apollo und BC Partners zuvor bei Unitymedia, dem zweitgrößten Kabelkonzern Deutschlands. Das Tandem plante ebenfalls ursprünglich einen Börsengang. Im letzten Moment verkauften die beiden Private-Equity-Häuser das Kölner Unternehmen aber für 3,5 Mrd. Euro an den Kabelkonzern Liberty Global von John Malone.

Der Verkauf von KDG steht aber noch am Anfang. Eine Prüfung der Bücher habe es noch nicht gegeben, berichteten Finanzkreise. Offenbar ist aber ein Bankenkonsortium bereit, für das Geschäft eine "Staple"-Finanzierung bereit zu stellen. Dabei handelt es sich um ein Kreditpaket, das der Verkäufer arrangiert und das jedem Eigenkapitalinvestor beim Zuschlag zur Verfügung stehen würde. Offenbar sind die Banken bereit, ein Kreditpaket im Volumen des 5,5-Fachen des Ebitda zur Verfügung zu stellen.

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