Bieterkampf mit ZF: Knorr-Bremse kämpft weiter um Haldex

Bieterkampf mit ZF
Knorr-Bremse kämpft weiter um Haldex

Im Bieterwettkampf um den Bremsenspezialisten Haldex lässt Knorr-Bremse nicht locker: Das Unternehmen hat zusätzlich 1,5 Millionen Aktien der Schweden gekauft. Doch die wollen lieber mit Konkurrent ZF zusammengehen.

MünchenIm erbitterten Ringen mit dem Konkurrenten ZF Friedrichshafen um den schwedischen Nutzfahrzeugzulieferer Haldex gibt der Bremsenspezialist Knorr-Bremse nicht klein bei. Das Unternehmen aus München teilte am Freitag mit, sich weitere Haldex-Aktien gesichert zu haben. Damit hält Knorr-Bremse nun fast 15 Prozent der Anteile am umworbenen schwedischen Konkurrenten. Doch der bevorzugt bislang ein Zusammengehen mit ZF Friedrichshafen, obwohl dessen Angebot niedriger als das von Knorr ist.

Die Friedrichshafener halten nach früheren Angaben gut 21 Prozent der Haldex-Anteile. ZF bietet 120 schwedische Kronen pro Aktie, Knorr 125 Kronen. Das ZF-Gebot liegt damit bei rund 554 Millionen Euro für die Schweden, Knorr-Bremse würde rund 580 Millionen zahlen. Der Haldex-Verwaltungsrat hatte sich zu Wochenbeginn für ZF ausgesprochen und dies damit begründet, dass beide Seiten sich besser ergänzen würden und es weniger Geschäftsüberschneidungen als mit Knorr gebe.

Haldex fertigt insbesondere Nutzfahrzeugbremsen und Druckluftsysteme. Die Schweden hatten zuletzt angedeutet, dass bei einer Übernahme durch Knorr wegen der größeren Überschneidungen Arbeitsplätze auf dem Spiel stünden. Knorr-Bremse-Eigentümer Heinz Hermann Thiele will hingegen dem Vernehmen nach verhindern, dass Rivale ZF zu stark wird.

Einen Eklat provozierte ZF auf der Nutzfahrzeugmesse IAA in Hannover in dieser Woche: Haldex-Vorstandschef Bo Annvik demonstrierte mit seiner Teilnahme an der ZF-Pressekonferenz den Schulterschluss mit ZF-Chef Stefan Sommer. Und das in Sichtweite des Messestandes von Knorr-Bremse. Deller war nicht selbst auf der IAA, äußerte sich aber einen Tag später im Interview mit dem „Manager Magazin“ höchst verärgert. „So etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagte er. Das frühe Votum des Haldex-Boards für die ZF-Offerte sei mehr als erstaunlich, das Board müsse im Sinn seiner Aktionäre beide Gebote unvoreingenommen und mit Sorgfalt prüfen. „Ein solches Ausmaß an Parteinahme ist nicht hinzunehmen“, sagte Knorr-Chef Klaus Deller. „Von uns nicht, aber auch von den Investoren nicht.“ Kartellrechtliche Hürden seien überwindbar.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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