Bieterpoker
CVC vor Einstieg bei Evonik

Noch in dieser Woche wird das monatelange Pokerspiel von vier angelsächsischen Finanzinvestoren um den Einstieg beim Essener Mischkonzern Evonik entschieden. Die Briten liegen im vor ihren drei US-Konkurrenten. Vor allem gegen den Einstieg des Finanzinvestors Blackstone hatten sich die Arbeitnehmervertreter vehement gesperrt.

DÜSSELDORF. "Es läuft im Moment auf CVC zu", sagte eine mit den Verkaufsprozess betraute Person dem Handelsblatt. Die Briten hätten mit 2,2 Mrd. Euro für einen Anteil von 25,1 Prozent das beste Angebot vorgelegt. Die Evonik-Eigentümerin RAG-Stiftung und CVC lehnten gestern eine Stellungnahme ab.

Das zweitbeste Angebot für der die zum Verkauf stehende Sperrminorität habe der US-Investor Bain abgegeben. Gegen den Einstieg des amerikanischen Private-Equity-Hauses Blackstone hätten insbesondere die Arbeitnehmervertreter im Evonik-Aufsichtsrat Bedenken angemeldet. Der vierte im Bunde, der US-Finanzinvestor KKR, habe zwar bei der Präsentation vor den Arbeitnehmern einen glänzenden Eindruck hinterlassen, jedoch biete KKR aus Sicht des Verkäufers einen zu niedrigen Preis.

Außer einer Sperrminorität von 25,1 Prozent, mit der sie wichtige Entscheidungen blockieren könnten, hätten alle vier Investoren in den Verhandlungen zwei Aufsichtsratsitze sowie eine Vertretung in wichtigen Ausschüssen des Kontrollgremiums gefordert. Auf Basis des Angebots von CVC wird das Eigenkapital des in den Sparten Spezialchemie (Degussa), Stromerzeugung (Steag) und Immobilien tätigen Evonik-Konzerns mit 8,8 Mrd. Euro bewertet. Ein früheres Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Susat war für das Jahr 2007 nur auf einen Wert von fünf Mrd. Euro für das Konglomerat als Ganzes gekommen. Sogar der mögliche Erlös einer Einzelverwertung der Teilkonzerne, den Susat mit 5,9 Mrd. Euro beziffert hatte, wird voraussichtlich deutlich übertroffen.

In den kommenden Tagen wird das Kuratorium der RAG-Stiftung endgültig entscheiden, wer den Zuschlag erhält, am 13. Juni soll dann der Evonik-Aufsichtsrat grünes Licht für den Aktienverkauf geben.

Markus Hennes
Markus Hennes
Handelsblatt / Redakteur
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