Bieterschlacht
Auch große Koalition bleibt bei Atlas-Verkauf hart

Der französische Elektronik- und Rüstungskonzern Thales kann sich auch unter der neuen Bundesregierung kaum Hoffnungen machen, den Bremer Marine-Zulieferer Atlas Elektronik zu übernehmen.

HB BERLIN. „Es gibt keine Änderung der Position mit der großen Koalition“, erfuhr das Handelsblatt (Montagausgabe) aus Regierungskreisen. Berlin droht weiter damit, die Übernahme per Gesetz zu verhindern.

Die alte Regierung hatte zu erkennen gegeben, beim Verkauf von Atlas einer nationalen Lösung den Vorzug geben zu wollen. Berlin stört sich vor allem daran, dass Thales zu einem Drittel in staatlicher Hand ist. Die Bundesregierung hat das letzte Wort beim Verkauf von Atlas. Für den Fall, dass ein ausländisches Unternehmen mehr als 25 Prozent einer Rüstungsfirma kaufen will, räumt das Außenwirtschaftsgesetz der Regierung ein Vetorecht ein.

Die Bieterschlacht um das Unternehmen, das vor allem Hochtechnologie für den Bau von U-Booten liefert, geht dem Ende zu. Als Favoriten für den Zuschlag gelten in der Branche Thyssen-Krupp und der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS, die ein gemeinsames Angebot für Atlas abgegeben haben. Wann der britische Atlas-Mutterkonzern BAE Systems eine Entscheidung über den Verkauf fällt, ist offen. Ein Sprecher wollte dazu nicht Stellung nehmen. In Branchenkreisen gilt aber als sicher, dass sich die Zukunft von Atlas noch in diesem Jahr klären wird. Sicher ist auch, dass BAE mögliche deutsche Einwände in Betracht zieht: „Die Bundesregierung muss mit unserer Entscheidung einverstanden sein“, heißt es in Unternehmenskreisen.

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