Bieterverfahren soll Anfang 2005 starten
GM macht IT-Zulieferern Druck

Der größte Autohersteller der Welt, General Motors (GM), setzt seine IT-Zulieferer unter Druck. Der Autoriese, bekannt durch Marken wie Chevrolet, Opel und Saab, steht seit Jahren erstmals vor einer Neuausschreibung der Aufträge für Betrieb und Wartung seiner IT-Systeme.

hz/jkn/tnt FRANKFURT/M. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf rund drei Mrd. Dollar pro Jahr. Angesichts einer erwarteten Laufzeit von fünf Jahren dürfte sich das Volumen der Ausschreibung daher auf insgesamt 15 Mrd. Dollar summieren. „Das ist möglicherweise der größte jemals von einem Unternehmen vergebene IT-Auftrag“, sagte Ralph Szygenda, Chief Information Officer bei GM. Hans Demant, Vorstandschef der GM- Tochter Opel bestätigte die bevorstehende Ausschreibung.

Bereits 2002 hatte GM damit begonnen, durch Nachverhandlungen mit dem Hauptlieferanten Electronic Data Systems (EDS) seine IT-Kosten massiv zu senken. 2006 läuft der Rahmenvertrag mit EDS aus. Die bevorstehende Ausschreibung ist eine gute Gelegenheit, die Preise nochmals zu drücken. Es geht um Bereiche wie etwa das IT-gestützte Produktdesign, aber auch die Produktionssteuerung.

Dabei gilt es als unwahrscheinlich, dass GM sich komplett von EDS trennen wird. Die Verbindung beider Unternehmen geht über eine reine Kunden-Lieferanten-Beziehung weit hinaus: Bis zum Börsengang im Jahr 1996 war EDS eine hundertprozentige Tochter von GM. Der Automobilkonzern hatte die texanische Firma zehn Jahre zuvor von ihrem Gründer und ehemaligen US-Präsidentschaftskandidaten Ross Perot für 2,5 Mrd. Dollar gekauft. Den Schritt in die Unabhängigkeit versüßte GM seiner IT-Tochter mit einem zehn Jahre laufenden Vertrag über IT-Dienstleistungen im Wert von 36,4 Mrd. Dollar.

GM verfolgt schon seit einiger Zeit die Strategie, sich nicht mehr nur auf einen einzelnen IT-Dienstleister zu verlassen. Derzeit verwaltet EDS noch etwa zwei Drittel der IT-Prozesse des Konzerns, die übrigen Aufträge teilen sich Firmen wie IBM und Hewlett-Packard. Eine Praxis, die auch bei anderen Konzernen im Kommen ist: So hat Daimler-Chrysler sein Vorhaben aufgegeben, die gesamte Hardware und Services weltweit an einen Dienstleister – in diesem Fall Hewlett-Packard – auszulagern. Nun arbeitet der Konzern in Europa mit HP, Siemens und IBM und in Amerika mit Dell zusammen. „Der Trend geht klar weg von Megadeals hin zum selektiven Outsourcing“, bestätigt Peter Kreutter von der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung (WHU) in Vallendar.

Das neue Bieterverfahren soll Anfang 2005 starten. Für EDS ist der Auftrag enorm wichtig. Laut US-Medien hat er 2003 rund 10,5 Prozent zum Umsatz von EDS beigetragen. Ein Verlust von GM als Kunden wäre für den ohnehin angeschlagenen IT-Dienstleister ein bedrohlicher Rückschlag.

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