Bieterwettbewerb
Magna dringt bei Opel auf Entscheidung

Wer kriegt Opel? Jetzt geht Magna erneut in die Offensive. Auch ein chinesischer Bieter legt sein Konzept vor. Die Zeit drängt. Noch ist nichts entschieden. Doch langsam zeichnet sich ab, wie eine endgültige Lösung aussehen könnte.

FRANKFURT/BERLIN. Im Bieterwettbewerb um Opel sucht der kanadisch-österreichische Zulieferer Magna bei den Verhandlungen mit dem Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) nun den Showdown. Nach Informationen aus Konzernkreisen verhandelte eine Delegation des Zulieferers gestern auf Spitzenebene mit dem Management von GM in den USA, um die letzten offenen Fragen zu klären. Bereits in der nächsten Woche könnten sich beide Seiten auf einen endgültigen Geschäftsplan für Opel verständigen, hieß es in Berliner Regierungskreisen.

Magna-Co-Chef Siegfried Wolf sagte der "Rheinischen Post", man steuere "den 15. Juli als Zielgröße für die Vorlage entscheidungsreifer Dokumente an". Auf ein paar Tage mehr oder weniger in den Verhandlungen mit GM komme es dabei nicht an. Man befinde sich "auf einem sehr guten Weg", sagte Wolf.

Dem chinesischen Magna-Konkurrenten BAIC bleibt damit nicht mehr viel Zeit, um bei GM und der Bundesregierung noch für sein Konzept zu werben. Eine GM-Sprecherin bestätigte gestern erstmals offiziell, dass der Opel-Mutterkonzern von BAIC ein Angebot für Opel erhalten habe. Die Chinesen beanspruchen für ihr neues Konzept deutlich weniger Staatshilfen als Magna und planen europaweit weniger Stellen abzubauen als der Zulieferer. Die deutschen Werke wären allerdings stärker als bei Magna betroffen. So plant BAIC nach den Angebotsunterlagen rund 3 000 der insgesamt 7 600 auf der Kippe stehenden Jobs in Deutschland abzubauen.

Magna will dagegen nur 2 600 der durch sein Konzept insgesamt bedrohten 11 000 Stellen im Opel-Heimatland kappen. Zudem wollen die Chinesen das Werk Eisenach befristet schließen und die Fertigungsstätten in Bochum und im Stammwerk Rüsselsheim verkleinern. Wirtschaftsstaatssekretär Jochen Homann betonte aber gestern, dass das Konzept der Chinesen "interessante Elemente" enthalte.

Unter den deutschen Landespolitikern und bei der Opel-Belegschaft formiert sich dagegen Widerstand gegen den chinesischen Hersteller. So lehnt Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz das Angebot der Chinesen als völlig indiskutabel ab. Auch Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz sowie der Betriebsratschef des Bochumer Opel-Werks, Rainer Einenkel, äußerten massive Vorbehalte gegenüber BAIC.

Der mögliche russische Opel-Partner GAZ erhält derweil staatliche Kreditgarantien von bis zu 20 Mrd. Rubel (456 Mio Euro).

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