Bieterwettbewerb
Magna lässt bei Opel nicht locker

Im Bieterwettbewerb um Opel forciert der austro-kanadische Zulieferer Magna seine Bemühungen um eine Übernahme. Nach Informationen aus Verhandlungskreisen ist heute ein neues Spitzentreffen zwischen GM-Chef Fritz Henderson und Magna-Managern angesetzt. Eine rasche Einigung ist nicht zu erwarten. Indes äußerte GM offen Sympathien für Magna-Konkurrent RHJ.

BERLIN/FRANKFURT. GM-Verhandlungsführer John Smith dämpfte jedoch Hoffnungen der deutschen Politik auf eine rasche Einigung über den Opel-Verkauf und widersprach Spekulationen, dass Magna bereits als Investor ausgesucht sei. "Dies ist nicht der Fall", betonte Smith. Nach einer neuen Verhandlungsrunde in Berlin hatten mehrere deutsche Landespolitiker den Eindruck erweckt, als laufe im Bieterverfahren nun alles auf Magna zu.

Eine rasche Einigung auf einen neuen Opel-Eigner rückt damit wieder in die Ferne. In den kommenden Tagen würden die detaillierten Vertragsentwürfe weiter durchgearbeitet, und es sei wahrscheinlich, dass es weiteren Klärungsbedarf auch seitens der Investoren geben werde, sagte Smith. "Mehr wird in den nächsten Wochen mitgeteilt." Auch in Magna-Kreisen wurde nicht darauf gesetzt, dass das neue Spitzentreffen in Detroit bereits einen Durchbruch in allen Fragen bringen werde.

Im Lauf dieser Woche habe GM in Gesprächen mit den Interessenten RHJ International und Magna zwar Fortschritte erreicht, in den Verhandlungen mit Magna sei zunächst nur ein Drittel von etwa 30 offenen Punkten gelöst worden, sagte Smith.

Ungelöst seien Fragen zu künftigen Lizenzzahlungen, zur Produktentwicklung und zum Russlandgeschäft. Dabei fürchtet GM vor allem den Abfluss von Know-how an russische Partnerfirmen von Magna. "Diese Transaktion soll keine Pipeline werden, über die wertvolle Patente zu unbekannten Zielen gelangen", sagte Smith. Ausdrücklich betonte der GM-Verhandlungsführer, dass er solche Probleme mit RHJ nicht lösen müsse, dass diese Offerte einfacher sei und auch weniger Staatshilfe beanspruche. In Magna-Kreisen hieß es, man habe GM ein Vetorecht zugestanden, falls ein Opel-Anteil mit Patentrechten an Dritte weiterverkauft werden sollte.

Die neuen Einlassungen von GM sind ein deutlicher Rückschlag für die deutsche Politik, die zuletzt eine baldige Richtungsentscheidung in Aussicht gestellt hatte und sich für Magna stark macht. Der hessische Finanzstaatssekretär Thomas Schäfer, der auch Mitglied der Opel-Task-Force ist, hatte am Mittwoch von 48 Stunden gesprochen, die GM und Magna noch brauchen würden, um die offenen Fragen zu klären.

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