Bieterwettbewerb steht noch am Anfang
Thales hat kein Angebot für HDW unterbreitet

Der Bieterwettbewerb um die Kieler Werft HDW steckt noch in den Kinderschuhen. Dem derzeitige Besitzer, dem US-Investmenthaus One Equity Partners, liegt nach eigenen Angaben kein Übernahme-Angebot des französischen Rüstungskonzerns Thales vor.

HB FRANKFURT. Bislang gebe es weder eine offizielle, noch eine inoffizielle Offerte von Thales, sagte ein Sprecher des HDW-Eigentümers OEP am Freitag. „Wir wissen nichts über irgendwelche Angebote von Thales“, sagte der Sprecher. Die „Financial Times Deutschland“ hatte am Mittwoch unter Berufung auf Branchenkreise berichtet, Thales biete für die Howaldtswerke-Deutsche Werft AG (HDW) rund 500 Millionen Euro.

Der Mischkonzern Thyssen-Krupp hatte bereits ein Angebot für HDW abgegeben. Der Bieterwettbewerb um die Kieler Werft befindet sich nach Einschätzung von Thyssen-Krupp aber noch in einer frühen Phase. Derzeit gebe es offenbar mehrere Bieter, die entweder Geld böten oder Sachvermögen oder auch nur informell ihre Interessen beim Eigentümer angemeldet hätten, sagte ein Sprecher von ThyssenKrupp am Freitag in Essen. Neben dem Mischkonzern soll früheren Medienberichten zufolge auch die französische Industrie-Gruppe Direction des Constructions Navales (DCN) Interesse gezeigt haben.

Die Zukunft von HDW hatte am Vortag auch Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac bei ihrem informellen Treffen in Dresden beschäftigt. Schröder erklärte anschließend, man sei übereingekommen, alles zu tun, um eine engere Zusammenarbeit zwischen deutschen und französischen Firmen zu ermöglichen. Die Details dieser Kooperationen seien aber Aufgabe der betreffenden Unternehmen, nicht der Politik.

Schröder hat in der Vergangenheit mehrmals betont, er wünsche sich bei den anstehenden Konsolidierungen in der heimischen Rüstungsindustrie am liebsten deutsche Lösungen. Damit sollte der Verlust von Hochtechnologie-Know-how verhindert werden. HDW baut unter anderem U-Boote mit Brennstoffzellenantrieb. Aktuell steht noch der Flugzeug-Triebwerksbauer MTU Aero Engine zum Kauf. Die Muttergesellschaft DaimlerChrysler hat dafür bereits fünf Interessenten, aber keinen aus Deutschland.

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