Bieterwettkampf
Thyssen-Krupp und EADS an Atlas interessiert

Ab der nächsten Woche wollen sechs Interessenten die Bücher des zum Verkauf stehenden Bremer Rüstungszulieferers Atlas Elektronik prüfen, dies berichtet die „Financial Times“. Der Bieterwettkampf um die Tochter der britischen BAE Systems geht damit in die nächste Runde.

HB DÜSSELDORF. Zu den Interessenten für Atlas zählt Thyssen-Krupp, die auch aus politischen Erwägungen als Favorit gilt. Auch der deutsch-französische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS bekundete am Freitag Interesse. Noch gebe es keine Entscheidung, sagte ein BAE-Sprecher in London. Über die Zahl möglicher Käufer wollte er sich nicht äußern. Der französische Rüstungskonzern Thales hat sich bereits öffentlich zu seinem Interesse an Atlas bekannt. Dieses wird auch dem Raumfahrtzulieferer OHB Technology, der italienischen Finmeccanica und der schwedischen Saab nachgesagt.

Atlas Elektronik ist spezialisiert auf die Ausrüstung von Marine-Schiffen und U-Booten mit elektronischen Geräten. In der Branche gilt Thyssen-Krupp als aussichtsreicher Kaufkandidat. Die Düsseldorfer bauen in ihrer Werft Howaldtswerke Deutsche Werft AG (HDW) in Kiel U-Boote und Fregatten auf ihrer Werft Blohm + Voss in Hamburg. Thyssen-Krupp könne es kaum zulassen, dass Atlas in die Hände der Konkurrenz gelange, wird in der Branche argumentiert.

Die „Financial Times“ berichtete, BAE werde Atlas womöglich nicht einfach an den höchsten Bieter verkaufen, sondern auch auf die Bundesregierung - den größten Kunden von Atlas - Rücksicht nehmen. Das Außenwirtschaftsgesetz räumt der Bundesregierung ein Mitspracherecht beim Verkauf von Rüstungsfirmen ins Ausland ein. Allerdings ist Atlas bereits in ausländischer Hand.

Analysten schätzen, dass der Bieterwettkampf vor allem über den Preis geführt werden wird. BAE strebe einen Verkaufspreis in Höhe des Jahresumsatzes von Atlas von rund 350 Mill. € an. Den dürften die Bieter aber angesichts zu erwartender Kosten für Umstrukturierungen nicht zahlen wollen, hieß es bei Finanzmarktexperten. „Angesichts der politischen Verästelungen des möglichen Verkaufs glauben wir nicht, dass das Geschäft notwendigerweise an den höchsten Bieter geht“, sagte UBS-Analyst Colin Crook.

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