Bieterwettstreit
B. Braun will Rhön-Klinikum-Übernahme dauerhaft blockieren

Der Bieterkampf um den Klinikbetreiber Rhön-Klinikum geht in eine neue Runde: Der Medizintechnikkonzern B. Braun will seine Beteiligung kräftig aufstocken. Die Hessen wollen 25 Prozent des Klinikums erwerben.
  • 1

FrankfurtEine große Übernahme am deutschen Krankenhausmarkt rückt in weite Ferne. Der Medizintechnikkonzern B. Braun will seinen Anteil an Rhön-Klinikum auf über 25 Prozent aufstocken und einen Verkauf des fränkischen Unternehmens damit dauerhaft verhindern. Der Gesundheitskonzern Fresenius, dessen erster Anlauf zur Übernahme von Rhön-Klinikum 2012 gescheitert war, müsste sich damit endgültig von seinem Traum verabschieden, einen deutschlandweiten Klinikgiganten zu formen.

Im Zentrum des Machtkampfs stehen drei eigenwillige Unternehmerpersönlichkeiten. Der bodenständige Rhön-Gründer Eugen Münch, 68, will einen Konzern mit einem flächendeckenden Kliniknetz in Deutschland formen und sein Unternehmen deshalb mit einem anderen großen Anbieter verschmelzen. Seine Gegenspieler Ludwig Georg Braun, 69, und Bernard Broermann, 69, wollen das verhindern und ihr Lebenswerk verteidigen.

Der Aufsichtsratsvorsitzende von B. Braun und der Eigentümer des Klinikbetreibers Asklepios fürchten eine Vormachtstellung von Fresenius und Rhön auf dem deutschen Klinikmarkt - und haben sich deshalb vorgenommen, ihrem Gegenspieler Münch einen Strich durch die Rechnung zu machen. „Das sind alte Männer, die ihren persönlichen Kampf führen“, klagt ein Branchenvertreter, der für Fusionen eintritt.

Sollte die Anteilsaufstockung von B. Braun bei Rhön gelingen, wären Braun und Broermann ihrem Ziel allerdings einen großen Schritt näher gekommen. Das Familienunternehmen, das derzeit gut fünf Prozent an Rhön hält, beantragte am Dienstag beim Bundeskartellamt die Erlaubnis, seinen Anteil auf 25 Prozent oder mehr aufzustocken. B. Braun wolle auf diese Weise seine „Minderheitenposition“ bei Rhön-Klinikum sichern, erklärte das Unternehmen aus dem nordhessischen Melsungen. „B. Braun begrüßt ein breites Spektrum von Klinikketten sowie Wettbewerbsvielfalt auf dem Gesundheitsmarkt.“

B. Braun war bereits im vergangenen Jahr zusammen mit Asklepios bei Rhön eingestiegen und hatte damit die gut drei Milliarden Euro schwere Übernahme der Klinikkette durch Fresenius verhindert. Für die Entwicklung von Rhön sei der neueste Vorstoß von B. Braun alles andere als gut, sagt NordLB-Analyst Holger Fechner. „Es sieht so aus, als ob sich die Anteilseigener des Unternehmens nun langfristig blockieren werden.“ Weitere Großaktionäre von Rhön sind Firmengründer Münch, der schwedische Pensionsfonds Alecta und Fresenius. Der Dax-Konzern äußerte sich nicht zu dem Thema.

Seite 1:

B. Braun will Rhön-Klinikum-Übernahme dauerhaft blockieren

Seite 2:

Keine Angst vor den Kartellbehörden

Kommentare zu " Bieterwettstreit: B. Braun will Rhön-Klinikum-Übernahme dauerhaft blockieren"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Na da kann Herr Münch ja froh sein, dass B.Braun mit 25% einsteigen will. Somit hat er doch die Möglichkeit seine Aktien los zu bekommen......und nichts anderes war von Anfang an sein Interesse.....

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%