Bilanz 2005
Bilfinger Berger verkraftet Australiendebakel gut

Der Baukonzern Bilfinger Berger hat 2005 trotz Schwierigkeiten in Australien den Gewinn kräftig gesteigert.

dpa-afx MANNHEIM. Der Überschuss sei insbesondere wegen des florierenden Dienstleistungsgeschäfts auf 66 Mill. Euro (Vorjahr: 51 Mio) geklettert, teilte die im MDax gelistete Gesellschaft am Dienstag nach vorläufigen Berechnungen in Mannheim mit. Die Bauleistung erreichte mit 7,061 (6,111) Mrd. Euro einen Rekordwert. Von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragte Experten hatten im Schnitt bei einer Bauleistung von 6,98 Mrd. Euro und mit einem Gewinn von 67 Mill. Euro gerechnet.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) erhöhte sich im Berichtszeitraum auf 115 (81) Mill. Euro. Die befragten Experten hatten im Schnitt mit einem Ebita von 120 Mill. Euro gerechnet. Die Schwierigkeiten in Australien schlugen mit rund 30 Mill. Euro negativ zu Buche und führten zu einem negativen Ebita im Hoch- und Industriebau von 14 Mill. Euro. In Australien waren dem Baukonzern im Hochbau die Kosten aus dem Ruder gelaufen. Deshalb mußte Bilfinger Berger seine Überschussprognose im Oktober auf 65 Mill. bis 70 Mill. senken.

Hauptergebnistreiber waren 2005 das Dienstleistungsgeschäft und der Ingenieurbau. Im Dienstleistungsgeschäft schnellte das Ebita um 45 Prozent auf 90 Mill. Euro in die Höhe, während das Ebita im Industriebau um 127 Prozent auf 50 Mill. Euro zulegte. Das Dienstleistungsgeschäft und die Betreiberaktivitäten will Bilfinger Berger weiter stärken. Dabei setze der Konzern auf organisches Wachstum sowie auf gezielte Zukäufe. Der vorhandene Finanzierungsspielraum sei "erheblich".

Für das laufende Jahr erwarten die Mannheimer einen weiteren Anstieg der Bauleistung. Auch das Ebita und das Konzernergebnis dürften weiter zulegen. Auf Nachfrage bekräftigte ein Konzernsprecher das Überschussziel für 2007 von 100 Mill. Euro. "Der Ausblick ist nicht besonders inspirierend", sagte ein Händler in einer ersten Reaktion. Die Aktie geriet vorbörslich leicht unter Druck. Händler erwarten nach den deutlichen Kursgewinnen an den Vortagen Gewinnmitnahmen.

Das Gewicht Deutschlands bei der Bauleistung des zweitgrößten deutschen Baukonzerns nimmt unterdessen weiter ab. Die auf den internationalen Märkten erbrachte Leistung erhöhte sich auf 66 (65) Prozent. Der Auftragseingang markierte im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand. Er legte um 23 Prozent auf 7,545 Mrd. Euro zu. Der Auftragsbestand lag zum Jahresende bei 7,001 Mrd. Euro (plus zehn Prozent).

Die vollständige Bilanz soll am 22. März vorgelegt werden./

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