Bilanz 2005
Energieriese EdF verdoppelt seinen Gewinn

Der französische Energieversorger EdF hat seinen Nettogewinn im vergangenen Jahr weit höher gesteigert als prognostiziert. Operativ fiel das Plus weitaus bescheidener aus.

HB PARIS. Der Nettogewinn sei auf vergleichbarer Basis von 1,61 Mrd. Euro auf 3,24 Mrd. Euro gestiegen, teilte Europas größter Stromkonzern am späten Mittwochabend in Paris mit. Damit lag das Ergebnis über den Analysten-Prognosen von im Schnitt 2,85 Mrd. Euro und auch deutlich über dem eigenen Ziel von mindestens 2,6 Mrd. Euro. Zur Ausschüttung an die Aktionäre schlug das Unternehmen eine Dividende von 0,79 Euro vor. EdF hatte im November sein Börsendebüt gefeiert.

„Zum ersten Mal ist das Ergebnis nicht von erheblichen Abschreibungen auf Vermögenswerte belastet“, hieß es in der EdF-Mitteilung zur Begründung für den Gewinnsprung. Im Jahr 2004 war es zu einer Sonderbelastung durch Abschreibungen auf Vermögenswerte in Lateinamerika und Italien in Höhe von 1,9 Mrd. Euro gekommen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg entsprechend „nur“ um 3,6 Prozent auf 13,01 Mrd. Euro.

Mitte des Monats hatte der Konzern einen Umsatzanstieg um 10,6 Prozent auf rund 51 Mrd. Euro bekanntgegeben, der ebenfalls über den Erwartungen von Experten lag. EdF führte dies unter anderem auf höhere Gaspreise und den Zukauf des italienischen Edison-Konzerns zurück.

EdF veröffentlichte seine Ergebnisse in Mitten von Übernahmeversuchen in der Branche. So bot am Dienstag der Düsseldorfer Energiekonzern Eon rund 29 Mrd. für den spanischen Versorger Endesa. Italiens größter Energieversorger Enel zeigte sich am Mittwoch ebenfalls an Endesa sowie am französischen Konkurrenten Suez interessiert.

EdF selbst zeigte sich ebenfalls bereit für größere Zukäufe. Das Unternehmen verfolge die Entwicklung in den Benelux-Staaten und in Spanien sehr aufmerksam, sagte Konzern-Chef Pierre Gadonneix in einem Interview der französischen Tageszeitung „Les Echos“ vom Donnerstag. Er erinnere daran, dass Edf vorhabe, bis 2010 40 Mrd. Euro zu investieren und dass rund 8 Mrd. Euro davon für Entwicklung und externes Wachstum in den kommenden drei Jahren bereit stünden.

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