Bilanz 2005
Ford verdient mit Autos kein Geld

Ford hat ein schwarzes Jahr hinter sich: Nur der Verkauf der Mietwagentochter Hertz und ein gutes Ergebnis der Finanzsparte retteten den weltweit drittgrößten Autobauer vor dem Abgleiten in die roten Zahlen. Die Mitarbeiter werden es ausbaden müssen.

HB DETROIT. Ford verdiente im vergangenen Jahr 2 Mrd. Dollar (1,7 Mrd. Euro) und damit 1,5 Mrd. Dollar weniger als 2004. Der Umsatz hingegen stieg von 171,6 auf 178,1 Mrd. Dollar. Dies hat der Konzern am Montag in Dearbon (Michigan) mitgeteilt. In Nordamerika gab es vor Steuern einen Verlust von 1,2 Mrd. Dollar gegenüber einen Gewinn von 1,6 Mrd. Dollar in 2004.

Das reine Autogeschäft brachte im Gesamtjahr rote Zahlen von 1 Milliarde Dollar vor Steuern gegenüber einem Vorsteuergewinn von 850 Mill. Dollar in 2004. In Nordamerika gab es im Autogeschäft Verluste von 1,6 Mrd. Dollar – eine Verschlechterung im Vergleich zum Vorjahr von 3 Mrd. Dollar.

Im Schlussquartal konnte der zweitgrößte US-Autohersteller Ford hingegen stärker als erwartet zulegen. Dies ist allerdings vor allem der Finanzsparte und dem dem Verkauf der Mietwagenfirma Hertz zu verdanken. Die Autosparte war erneut in den roten Zahlen. Der Nettogewinn sei im vierten Quartal um 19 Prozent auf 124 Mill. Dollar gestiegen, teilte die weltweite Nummer Drei der Branche nach General Motors (GM) und Toyota vor Börsenbeginn mit. Je Aktie ergab sich damit ein Gewinn von 8 Cent nach 6 Cent im Vorjahr. Vor Sonderposten ergab sich ein Gewinn von 26 Cent je Aktie. Hier hatten Analysten mit lediglich 1 Cent je Aktie gerechnet. Der Umsatz kletterte von 44,92 auf 47,56 Mrd. Dollar. In der defizitären Auto-Sparte verringerte sich der Verlust auf 12 Mill. vor Steuern und Sonderposten nach zuvor 470 Mill. Dollar. Die Finanz-Sparte trug 465 Mill. Dollar zum Gewinn bei. In Nordamerika verlor das Unternehmen 143 Mill. Dollar – vor Steuern und Sonderposten. Im Vorjahr waren es noch 470 Mill. Dollar.

Seit zehn Jahren in Folge verliert der Autobauer Ford auf seinem Heimatmarkt USA Marktanteile. Die Absatzprobleme haben sich in den vergangenen Monaten weiter verschärft: Die Nachfrage nach Trucks und sportlichen Geländewagen, deren hohe Profite Ford lange über Wasser gehalten haben, ist deutlich zurückgegangen. Angesichts der drastisch gestiegenen Benzinpreise ist sogar vielen Amerikanern die Lust auf die spritfressenden PS-Protze etwas vergangen.

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