Bilanz 2005
Leoni scheffelt mit Autoelektronik das große Geld

Dass es bei den Autoherstellern wieder besser läuft, hat auch der Nürnberger Autozulieferer Leoni zu spüren bekommen. 2005 war für ihn ein Rekordjahr.

HB MÜNCHEN. Leoni habe im vergangenen Jahr seinen Gewinn nach vorläufigen Zahlen auf 52,6 Mill. Euro mehr als verdoppelt, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Der Umsatz sei von 1,25 auf 1,55 Mrd. Euro gestiegen. Der Überschuss lag exakt in der Schätzung der Analysten; beim Umsatz wären diese aber schon mit gut 1,5 Mrd. Euro zufrieden gewesen.

Im laufenden Jahr will Leoni den Umsatz auf 1,7 Mrd. Euro ausweiten. Die angepeilte Ebit-Marge von 7 Prozent solle 2006 endgültig erreicht werden, nachdem sie im vergangenen Jahr noch knapp verpasst worden sei.

Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung auf die Nachrichten und kletterte in einem verhalten freundlichen MDax gut 4 Prozent auf 28,20 Euro. Eine Sprecherin kündigte an, dass Leoni wie gewohnt ein Drittel des Überschusses an die Aktionäre ausschütten wolle. „Das machen wir auch dieses Jahr wieder so“, sagte sie. Die konkrete Dividende stehe allerdings noch nicht fest.

Das operative Ergebnis (Ebit) steigerte der Bordnetz- und Kabelspezialist von 56,8 auf 102,8 Mill. Euro. Vor allem die Komplettsysteme Bordnetze hätten für die Zuwächse gesorgt. Die Nürnberger rüsten Modelle der Anbieter General Motors (unter anderem Opel), Daimler-Chrysler, BMW, Land Rover und Porsche mit Komponenten für die Bordelektronik aus. Erfolgreiche neue Modelle der Hauptkunden hätten in der Sparte Bordnetz-Systeme für einen Umsatzschub von gut einem Viertel auf 879,4 Mill. gesorgt, hieß es. Die Belastungen aus der Insolvenz des britischen Kunden MG Rover habe das Unternehmen weggesteckt.

Der zweite Unternehmensbereich Draht und Kabel, den Leoni im abgelaufenen Jahr durch mehrere Zukäufe erweitert hat, habe trotz schwieriger Rahmenbedingungen ein Umsatzplus von 18 Prozent auf 668,6 Mill. Euro verzeichnet. Der Zuwachs sei vor allem auf das Geschäft mit Kabeln für den Automobilbau in Nordamerika und Osteuropa zurückzuführen. Ein Teil des Anstiegs stamme aus den gekauften Unternehmen und dem gestiegenen Kupferpreis.

„Das war wirklich ein sehr gutes Jahr“, sagte Rolf Woller von der HVB. „Was ich sehr positiv fand, war der starke Free Cash Flow. Bisher hat es immer geheißen, Leoni ist ein super Unternehmen, aber sie können ihr Wachstum nicht aus dem eigenen Cash Flow finanzieren. Das sieht jetzt anders aus.“ Leoni bezifferte den Free Cash Flow vor Ausgaben für Akquisitionen und Dividende mit etwa 50 Mill. Euro. Der Analyst lobte die Leoni-Spitze: „Das ist eine sehr gute Managementleistung. Es ist eine super Leistung, wenn man sich vor drei Jahren hinstellt und sagt, 2006 sieht es soundso aus – und schafft das dann auch.“

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