Bilanz 2005: Renault brilliert dank fremder Hilfe

Bilanz 2005
Renault brilliert dank fremder Hilfe

Aus eigener Kraft hat der französische Autobauer Renault im vergangenen Jahr weit weniger verdient als noch 2004, fuhr aber unterm Strich ein Rekordergebnis ein. Nun soll das Unternehmen umgekrempelt werden – nach dem Vorbild der hochrentablen Tochter Nissan.

HB PARIS. Der operative Gewinn des Unternehmens sei um 37,4 Prozent auf 1,323 Mrd. Euro gesunken und die operationelle Marge von 5,2 auf 3,2 Prozent, berichtete Renault-Chef Carlos Ghosn am Donnerstag in Paris. Als Grund nannte er höhere Kosten für Rohmaterialien sowie Aufwendungen für die Umsetzung der neuen Euro-4-Umweltstandards. Dass unterm Strich dennoch ein um knapp 19 Prozent höherer Überschuss im Konzern herausgekommen ist, hat Renault seiner japanischen Beteiligung Nissan zu verdanken. Dank ihrer Hilfe verbuchte das französische Unternehmen einen Rekordgewinn von 3,367 Mrd. Euro.

Den Umsatz bezifferte Renault mit 41,34 Mrd. Euro – ein Plus von 1,9 Prozent. Dabei sank der Umsatz in der Stammregion Europa um 4 Prozent. Im vergangenen Jahr hatte Renault wegen der Alterung des Erfolgsmodells Megane in West- und Mitteleuropa die Führung als meistverkaufte Marke an Volkswagen verloren. Nun kündigte Ghosn 26 neue Modelle bis 2009 an. „Renault ist nicht in der Krise, bleibt aber anfällig“, sagte Ghosn. Die daraus entstehende Lage sei gefährlich, ihr müsse entgegengesteuert werden.

Eine Rückkehr auf den US-Markt in den kommenden drei bis vier Jahren schloss Goshn kategorisch aus. „Wir müssen uns erst auf die vielen neuen Märkte konzentrieren, wo wir jetzt das Samenkorn gepflanzt haben und dort unsere Rentabilität steigern.“ Renault will in den kommenden Jahren seinen Absatz vor allem außerhalb Westeuropas steigern. Wichtige Märkte sind unter anderem Iran und die Türkei. In Brasilien, wo der Konzern bisher nicht rentabel gearbeitet hat, hofft Renault durch eine Ausweitung der Modellpalette auf steigende Absatzzahlen.

Befragt nach einem Markteintritt in China, sagt Ghosn: „Es kann sein, dass wir bis 2009 ein Projekt in China beginnen, das kann ich nicht ausschließen.“ Renault werde sich jedoch Zeit nehmen, dort vernünftige Konditionen auszuhandeln. "Wir wollen nichts überstürzen und uns auf Bedingungen einlassen, die wir nachher bereuen würden", sagte er.

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