Bilanz 2005: Schließung des AEG-Werks kommt Electrolux teuer

Bilanz 2005
Schließung des AEG-Werks kommt Electrolux teuer

Anders als es in ersten Meldungen hieß, haben die Kosten für die Schließung des AEG-Werks Nürnberg den schwedischen Mutterkonzern Electrolux deutlich belastet. Im vierten Quartal verbuchte der Haushaltsgerätehersteller rote Zahlen und auch im Gesamtjahr sah es unterm Strich mager aus, jedoch immer noch besser als erwartet.

HB STOCKHOLM. Unter dem Strich sei im vergangenen Quartal ein Verlust von 47 Mill. Euro entstanden, teilte der weltweit größte Hausgerätehersteller am Dienstag in Stockholm mit. Grund seien die Restrukturierungskosten von 225 Mill. Euro für die Verlagerung der Waschmaschinen- und Geschirrspülerproduktion von Nürnberg nach Polen. Die Börse hatte einen weit höheren Verlust erwartet, die Aktie legte zu.

Electrolux streitet sich in Deutschland derzeit mit den Gewerkschaften um die Schließung des AEG-Werkes in Nürnberg. Die 1700 Beschäftigten des Traditionsstandortes haben seit rund drei Wochen aus Protest gegen die Pläne der Schweden die Arbeit niedergelegt. Schon um Weihnachten herum – also im vierten Quartal – hatte es erste Streiks gegeben. Die Ausstände führten bereits zu Lieferengpässen bei so genannter Weißer Ware wie Geschirrspülern.

Ein Ende des Streiks ist derzeit nicht in Sicht. Die IG Metall weigert sich, die Verhandlungen mit den Unterhändlern des Konzerns weiterzuführen, da diese keine Entscheidungskompetenzen hätten. In erster Linie geht es den Gewerkschaftlern um den Erhalt des Werkes; sollte dies nicht gelingen, soll zumindest ein Sozialplan erstellt werden. Der Umfang soll nach Gewerkschaftsforderungen bei 400 Mill. Euro liegen.

Ohne die Kosten durch die Werksverlagerung hätte Electrolux im vierten Quartal glänzend abgeschnitten. Der Vorsteuergewinn ohne Sonderposten sei von 1,36 Mrd. Kronen im Vorjahreszeitraum auf 1,86 Mrd. Kronen (rund 200 Mill. Euro) gestiegen, erklärte das Unternehmen. Analysten hatten im Schnitt nur mit 1,49 Mrd. Kronen gerechnet. Der Umsatz legte um 17,6 Prozent auf 33,7 Mrd. Kronen zu.

Bis Ende 2008 will der Konzern die Hälfte seiner Produktion von Hochlohn- in Billiglohn-Länder verlagern. Wegen hoher Aufwendungen für diese Umzüge hat Electrolux auch im Gesamtjahr deutlich weniger verdient. Zwar konnte der Konzern seinen Betriebsgewinn im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 Prozent auf 6,8 Mrd. Kronen (728 Mill. Euro) steigern. Unter dem Strich sank der Gewinn aber kräftig von 3,3 auf 1,8 Mrd. Kronen.

Electrolux sagte, die Nachfrage nach Hausgeräten in Europa und Nordamerika sei 2005 leicht gestiegen. Das schlug sich auch im Umsatz nieder, der 2005 um 7,3 Prozent auf 129,5 Mrd. Kronen zulegte. Konzernchef Hans Stråberg hob als wichtigsten positiven Trend des vergangenen Jahres den Anstieg der Ertragsrate bei Küchenmaschinen heraus.

Die Schwäche der schwedischen Krone habe Electrolux Rückenwind verschafft, erklärte der Analyst Anders Berg von der Evli Bank. Henrik Schultz von der Danske Bank sagte, Einsparungen bei Hausgeräten und Preissteigerungen hätten zu einem sehr starken Quartalsergebnis geführt.

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