Bilanz 2006
IWKA gelingt der Befreiungsschlag

Das vergangene Jahr war ein gutes für den Maschinen- und Anlagenbauer IWKA: Er hat seine Schulden deutlich gesenkt, mehr Aufträge bekommen, operativ wieder Geld verdient und den Umsatz gesteigert. Doch Probleme bleiben.

HB STUTTGART. Der vor allem für die Automobilindustrie tätige Konzern teilte am Dienstag in Karlsruhe mit, der Jahresfehlbetrag 2006 werde sich voraussichtlich auf rund 80 Mill. Euro belaufen. Analysten hatten im Schnitt mit einer Halbierung des Verlusts auf 61 Mill. Euro nach 147,5 Mill. im Jahr 2005 gerechnet. Grund für das erneut hohe Minus waren Buchverluste aus dem Verkauf von unrentablen und nicht mehr in die Strategie passenden Geschäftsteilen und Tochtergesellschaften. Operativ gelang der Gesellschaft aber der Sprung in die schwarzen Zahlen Vor Steuern und Zinsen verdiente IWKA im abgelaufenen Jahr 33,7 Mill. Euro nach einem Minus von 42,9 Mill. vor Jahresfrist.

Auf dem Verkaufszettel des neuen Vorstandschefs Gerhard Wiedemann steht noch die Sparte Verpackungsmaschinen, deren Abtrennung Großinvestor Guy Wyser-Pratte seit Jahren verlangt. In den von Altlasten befreiten und fortgeführten Geschäftsbereichen Anlagen- und Systemtechnik, Robotertechnik sowie Verpackungstechnik verzeichnete IWKA eine bessere Auftragslage. Mit 1,62 Mrd. Euro lag das Ordervolumen 10 Prozent über Vorjahr, beim Umsatz betrug das Plus 8,8 Prozent auf 1,56 Mrd. Euro.

Vor allem das vierte Quartal sei erfreulich verlaufen. „Damit haben wir eine gute Startposition für das laufende Jahr geschaffen“, teilte IWKA mit. Der Umsatz im vierten Quartal stieg nach den vorläufigen Geschäftszahlen von 462,2 auf 507,4 Mill. Euro. Das Ebit stieg von minus 44,3 Mill. auf 19,2 Mill. Euro. „Unsere Aktivitäten stehen nunmehr auf soliden Füßen“, urteilte der seit Anfang Januar amtierende Vorstandschef Wiedemann.

Bei der Rendite hapert's

Unzufrieden ist der 60-Jährige allerdings noch mit der operativen Rendite des aus mehreren Dutzend Firmen bestehenden Konglomerats. Der Anteil des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern in Höhe von 2,2 Prozent vom Jahresumsatz entspreche nicht den Zielvorstellungen. Er strebt wie sein Vorgänger eine Gewinnmarge in Höhe von 6 bis 7 Prozent an.

Die vorläufigen Geschäftszahlen 2006 von IWKA liegen einem Analysten zufolge im Rahmen der Erwartungen. Darüber hinaus habe das Unternehmen mit einigen positiven Überraschungen aufwarten können. „Die Auftragseingänge liegen über unseren Prognosen“, so der Analyst. Zudem sei die Nettoverschuldung unerwartet deutlich reduziert worden; sie sank von 175,9 auf 89,7 Mill. Euro. Positiv hervorzuheben sei auch der Geschäftsverlauf im Bereich Robotertechnik. „Die hier gezeigte Ebit-Marge gab es in dieser Höhe schon lange nicht mehr.“ Restrukturierung und Kostenreduktionen hätten deutlich Wirkung gezeigt.

Die endgültigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2006 veröffentlicht IWKA am 29. März.

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